Immer wenn der FCA in dieser Saison in Führung ging, verliess er den Rasen am Ende als strahlender Gewinner – und auch bei der Rückkehr ins Stade Municipal, wo den Hausherren vor zweieinhalb Jahren bei der Aufstiegsfeier zugeschaut werden musste, sollte diese beeindruckende Serie fortgeführt werden. So gesehen war die Begegnung bereits in der vierten Minute entschieden: Nach einem Abschlag von Goalie Marvin Hübel verlängerte Elias Filet mit dem Kopf auf Henri Koide, der den Zweikampf gegen Anthony Sauthier für sich entscheiden und alleine vor Yverdons Keeper Kevin Martin aus halbrechter Position zur Führung für die Gäste vollstrecken konnte.

Grosse Emotionen bei Linus Obexer
Die Aarauer stellten die heimstarken Romands – acht Siege in neun Pflichtspielen in dieser Saison – mit dem hohen, mutigen Anlaufen und einer konsequenten Abwehrarbeit vor grössere Herausforderungen. Und dennoch kam YS in der 29. Minute zum zweifelhaften Ausgleich: Nach einem nicht sanktionierten Foulspiel an Nassim Zoukit prallte die Hereingabe von Dejan Sorgic an den angelegten Arm von David Acquah, was dem Unparteiischen scheinbar genügte, um auf den Penaltypunkt zu zeigen. Aus elf Metern traf Routinier Antonio Marchesano zum 1:1. Nur wenige Minuten später war es Helios Sessolo, der die Hereingabe von Vegard Kongsro knapp am zweiten Pfosten vorbeilenkte (34.), ehe der FC Aarau in der Person von Dorian Derbaci (40.) bzw. von Koide (41.) gleich zwei aussichtsreiche Abschlüsse durch Torhüter Martin zunichte gemacht sah.

Blankes Entsetzen nach dem Elfmeterpfiff
Nach dem Pausentee folgten erste Abschlüsse durch Sessolo (47.), Elias Pasche (49.) und Linus Obexer (50.), doch gefährlich wurde es schliesslich erst wieder nach einer Stunde Spielzeit: Nach einem Freistoss von Valon Fazliu sah Serge Müller seinen Kopfball vom Innenpfosten aufs Spielfeld zurückprallen. Aber in der 64. Minute belohnte sich die Auswahl von Cheftrainer Brunello Iacopetta für den starken Auftritt gegen den Super-League-Absteiger mit einem neuerlichen Führungstreffer: Ein hohes Zuspiel von Marcin Dickenmann legte Filet perfekt in den Lauf von Fazliu ab, der das Leder aus zwölf Metern per Flachschuss in der linken Ecke versenkte.

Der Kopfball von Serge Müller landete nur am Pfosten
Auf der anderen Seite war Torhüter Hübel wieder einmal beim Abschluss von Noha Lemina aus spitzem Winkel gefordert (71.), ehe Fazliu (74.) und Derbaci (78.) gleichermassen ihre Versuche durch YS-Rückhalt Martin pariert sahen. Am Schluss hatte der FC Aarau nochmals zwei brenzlige Situationen zu überstehen – mittendrin war der heimische «Joker» Mitchy Ntelo. Dieser scheiterte nach einem Zuspiel von Sessolo zuerst freistehend vor dem hellwachen Keeper Hübel (84.), später köpfte er eine Hereingabe von Kongsro aus kürzester Distanz am Gehäuse vorbei, sodass die Waadtländer erst zum zweiten Mal in dieser Spielzeit als Verlierer vom heimischen Rasen gehen mussten, während Aarau mit dem 13. Sieg (in 16 Partien) wieder zum Tabellenführer aus Vaduz aufschloss.

Voller Einsatz im Dauerregen bei Nassim Zoukit
Allerdings wird der heutige Sonntag, 7. Dezember 2025 aus einem anderen Grund in die Annalen des FC Aarau eingehen – mit seiner Einwechslung in der 90. Minute kam Olivier Jäckle zum 394. Einsatz im Aarauer Trikot, was ihn zum alleinigen Rekordspieler in unserer Clubgeschichte macht. Bravo, Oli!

Marco Thaler und Olivier Jäckle feiern mit den mitgereisten Fans
Yverdon Sport FC - FC Aarau 1:2 (1:1)
Municipal. – 1’535 Zuschauer. – SR: Gianforte. – Tore: 4. Koide (Filet) 0:1. 29. Marchesano (Handspenalty) 1:1. 64. Fazliu (Filet) 1:2.
Yverdon: Martin; Sauthier, Gnakpa, Pos (60. Tijani), Kongsro; Sessolo, Chappuis, Marchesano (70. Weber); Rodrigues (70. Lemina), Sorgic (77. Ntelo), Pasche (60. Golliard).
Aarau: Hübel; Müller, Acquah, Thaler; Dickenmann, Zoukit, Derbaci, Obexer (65. Guzzo); Fazliu (90. Jäckle); Filet (85. Bobadilla), Koide (65. Chacon).
Bemerkungen: Yverdon ohne Busset, Camara, Le Pogam, Tasar (alle verletzt), Gunnarsson, Kasongo und Komano (alle nicht im Aufgebot). Aarau ohne Aliu, Gebreyesus, Petit (alle verletzt), Khaled, Schwegler, Vogt und Zalokar (alle nicht im Aufgebot). – 59. Pos verletzt ausgeschieden. 61. Kopfball von Müller an den Pfosten. – Verwarnungen: 37. Obexer (Foulspiel), 75. Sauthier, 86. Golliard (beide Reklamieren).
