«Der Bessere soll gewinnen»

Das mor­gi­ge Cup-Spiel wird für Mari­luz Sou­to — seit sie­ben Jah­ren auf unse­rer Geschäfts­stel­le tätig — ganz beson­ders sein, denn ihr Sohn Loris Beni­to wird als Cap­tain der Young Boys im Brügg­li­feld auf­lau­fen.

Der 33-jäh­ri­­ge Ver­tei­di­ger war einst im Aar­au­er Nach­wuchs aus­ge­bil­det wor­den und bestritt exakt 50 Par­tien für die ers­te Mann­schaft, ehe er die Fuss­ball­welt erober­te. Der Schwei­zer Natio­nal­spie­ler (13 Ein­sät­ze) fei­er­te Meis­ter­ti­tel mit Ben­fi­ca Lis­sa­bon (2015) und den Young Boys (2018, 2019, 2023, 2024). Zudem wur­de er auch zwei­mal Schwei­zer Cup­sie­ger mit dem FC Zürich (2014) und YB (2023). Wei­te­re Sta­tio­nen von Beni­to waren der FC Giron­dins de Bor­deaux und der FC Sion.

Im Inter­view spricht Mari­luz Sou­to…

…über ihren per­sön­li­chen Wer­de­gang

«Ich bin in einer fuss­ball­be­geis­ter­ten Fami­lie auf­ge­wach­sen. Wir stam­men aus einem Vor­ort von La Coru­ña, daher lag es auf der Hand, dass unser Herz für Depor­tivo La Coru­ña schlug. Als ich zwei­jäh­rig war, fan­den mei­ne Eltern Arbeit in der Schweiz und wir zogen nach Burg bei Men­zi­ken. Vor dem Ein­schu­lungs­al­ter kehr­te ich jedoch nach Spa­ni­en zurück, ging dort zur Schu­le und wuchs bei mei­nen Gross­el­tern auf. Mit 15 Jah­ren zog ich – ohne Deutsch­kennt­nis­se – wie­der zu den Eltern und begann ein Jahr spä­ter in der glei­chen Zigar­ren­fa­brik, in der sie tätig waren, zu arbei­ten. Dar­auf konn­te ich in einer Kom­mu­ni­ka­ti­ons­fir­ma von der Pro­duk­ti­on in die Admi­nis­tra­ti­on wech­seln. Inzwi­schen hat­te ich auch die Han­dels­schu­le absol­viert. Schliess­lich fass­te ich im Gast­ge­wer­be Fuss, mach­te mich dar­auf­hin selbst­stän­dig und führ­te das ‹Cult-Café› in Buchs. Es war eine har­te Zeit mit dem klei­nen Loris, für den ich zu wenig Zeit hat­te. Das bes­ser­te sich, als ich 2007 ins Büro der Stif­tung Theodo­ra wech­sel­te. Ich mach­te wäh­rend­des­sen eine Wei­ter­bil­dung zur Per­so­nalas­sis­ten­tin. 2018 konn­te ich dann eine freie Stel­le beim FC Aar­au beset­zen. Dadurch, dass Loris fast die gan­ze Junio­ren­zeit beim FCA ver­brach­te, waren mir das Brügg­li­feld und die ver­ant­wort­li­chen Per­so­nen bereits bes­tens bekannt. Auf der Geschäfts­stel­le macht das Ticke­ting etwa 60 % mei­ner Tätig­keit aus, dane­ben bin ich für die Finanz­ad­mi­nis­tra­ti­on zustän­dig.»

Loris Beni­to im Alter von sechs Jah­ren beim FC Rohr

…über Loris’ Weg zum Pro­fi

«Wir wohn­ten in Rohr, als Loris beim Orts­club mit Fuss­ball­spie­len begann. Er war vol­ler Ener­gie, das Trai­ning allein war ihm zu wenig. Loris pro­bier­te auch vie­le ande­re Sport­ar­ten aus, aber Fuss­ball blieb immer die Num­mer 1. Schon früh ent­wi­ckel­te er Lea­der­qua­li­tä­ten und war meist Cap­tain, auch nach sei­nem Wech­sel zum FC Aar­au. Wil­le und Talent zeich­ne­ten ihn schon früh aus. Im Alter von 14 oder 15 Jah­ren gab es auf­grund der Trai­­ner-Fee­d­­backs Anhalts­punk­te, dass er es zum Pro­fi schaf­fen könn­te. Ich woll­te dies nicht zu hoch wer­ten, und mir war bewusst, dass viel von den nächs­ten Jah­ren abhän­gig sein wür­de und dass auch Kör­per und Kopf die­se Ent­wick­lung mit­ma­chen müss­ten. Unver­ges­sen bleibt für mich, als Loris am 1. Novem­ber 2009 als 17-Jäh­ri­­ger bei einem Spiel in Neu­en­burg erst­mals für die 1. Mann­schaft des FC Aar­au auf­lau­fen durf­te. Ich erfuhr es auch erst, als ich auf der Anzei­ge­ta­fel bei der Spie­ler­prä­sen­ta­ti­on sei­nen Namen sah.»

Beni­to trifft beim letz­ten Ein­satz für den FC Aar­au (2011, gegen Kri­ens)

…über ihre Rei­sen zu Loris’ Spie­len

«Loris hat sehr vie­les erreicht im Fuss­ball. Was mich aber beson­ders stolz macht, ist wie er sich als Per­sön­lich­keit ent­wi­ckelt hat. Er ist abso­lut boden­stän­dig geblie­ben und ist in sei­ner Art sehr gross­zü­gig und respekt­voll allen gegen­über. Loris ver­fügt auch über eine gros­se men­ta­le Stär­ke. Wir sind uns sehr nahe und haben täg­lich Kon­takt mit­ein­an­der. Mei­ne Agen­da ist auf die Spie­le und Ter­mi­ne von Loris abge­stimmt. Ich möch­te nichts ande­res, ich genies­se jeden Moment mit ihm und lei­de mit, wenn es ihm nicht gut läuft. So ist mir kein Weg zu weit, um sei­ne Spie­le vor Ort mit­zu­ver­fol­gen. Für alles, was ich dadurch sehen und erle­ben durf­te, alle die Rei­sen, die Städ­te und Sta­di­en, bin ich unheim­lich dank­bar. Ich hät­te mir dies nie erträu­men las­sen. Sehr froh bin ich auch um die Fle­xi­bi­li­tät, die mir der FC Aar­au ermög­licht. So fah­re ich meis­tens mit dem Zug an die Spie­le von Loris und kann die­se Rei­se­zeit mit Arbei­ten ver­brin­gen. Wenn es nicht anders mög­lich ist bei Spie­len im Aus­land, rei­se ich mit dem Flug­zeug, doch ich flie­ge nicht ger­ne. Zudem bekommt man mehr mit von den Desti­na­tio­nen, wenn man mit dem Zug unter­wegs ist.»

Im Cham­pi­ons-League-Duell mit Jack Grea­lish (Man­ches­ter City)

…über die Freu­de nach der Cup-Aus­­­lo­­sung

«Ich war nach dem Erst­run­­den-Cup­­­match von YB in Cour­tétel­le bereits nach Hau­se zurück­ge­kehrt, als mich Loris anrief und über die Aus­lo­sung infor­mier­te. Wir freu­ten uns bei­de sehr. Scha­de ist ein­zig, dass eines der bei­den Teams aus­schei­den muss. Im Cup kann alles pas­sie­ren – schliess­lich soll der Bes­se­re gewin­nen. Ich hof­fe, sein Kör­per lässt zu, dass Loris noch eini­ge Jah­re wei­ter­spie­len kann. Gedan­ken, die Kar­rie­re einst beim FC Aar­au zu been­den, sind sicher da. Aber momen­tan ist das für ihn noch kein The­ma. Er ist bei den Young Boys abso­lut ange­kom­men, ist dort Cap­tain und Inte­gra­ti­ons­fi­gur. Loris hat die Gescheh­nis­se um den FCA immer mit­ver­folgt, er ist dem Club sehr nah. Aar­au ist sein Zuhau­se, Oli Jäck­le gehört zu sei­nen bes­ten Freun­den. Er ist zudem Mit­glied der Sup­port­erver­ei­ni­gung Aar­au United, die eini­ge sei­ner Kol­le­gen gegrün­det haben. Loris wür­de sich auch extrem über einen Auf­stieg des FC Aar­au freu­en. Es wäre für ihn sehr schön, auch in der Meis­ter­schaft mit YB ein­mal auf dem Brügg­li­feld spie­len zu kön­nen.»

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