Die Aarauer waren offensiv in die Begegnung gestartet, doch erste Abschlüsse durch Daniel Afriyie (4.) und Dorian Derbaci (6.) wurden eine sichere Beute von Torhüter Alexander Muci; stattdessen jubelten die Gastgeber – zuvor während rund 500 Spielminuten ohne eigenen Torerfolg – beim ersten Vorstoss über den Führungstreffer, weil eine Hereingabe von Willy Vogt aufgrund eines zögerlichen Eingreifens der Aarauer Defensive bis zum zweiten Pfosten durchrutschte, wo Michael Gonçalves wuchtig vollstreckte (9.). Nach einer Viertelstunde half der FCA erneut tatkräftig mit: Im Laufduell mit Aaron Rey versuchte sich David Acquah mit einem unnötigen Rempler zu helfen, sodass der Unparteiische auf den Penaltypunkt zeigte – und Armando Sadiku aus elf Metern auf 2:0 für die «Granata» erhöhte (16.).

Nassim Zoukit kann sich am Ball behaupten
In der Folge waren die auswärts bislang makellosen Aarauer (fünf Spiele, fünf Siege) zwar grossmehrheitlich im Ballbesitz, brachten aber nur selten Ruhe ins Offensivspiel – nur wenige Abschusschancen von Derbaci (28.) und Valon Fazliu (36./43.) waren festzuhalten. Derweil begann der berühmt-berüchtigte Ketchup-Effekt bei den in zwölf Partien sieglosen Hausherren zu wirken – mit der nötigen Unterstützung des Gegners. Nach dem Ballverlust von Acquah gegen Vogt musste Rey nur noch einschieben (34.); später liess sich Fazliu am Mittelkreis vom Spielgerät trennen, woraufhin Jonatan Mayorga unbedrängt von linksaussen in die entfernte Torecke einnetzte (41.).

Raul Bobadilla kämpft gegen eine heimische Überzahl
Die Effizienz der Tessiner wurde auch im zweiten Umgang auf beeindruckende Weise fortgesetzt, sodass sich der dreifache Vorlagengeber Vogt auch als Torschütze von der linken Seite feiern lassen konnte (59.), während die eingewechselten Raul Bobadilla (64./72.) und Thomas Chacon (67./71.) am Gehäuse vorbeischossen – wie auch Fazliu im Nachsetzen nach einem wuchtigen Fernschuss von Derbaci (70.). Am Ende reichte es den Schützlingen von Cheftrainer Iacopetta zumindest noch zum Ehrentreffer, als Elias Filet in der 93. Minute nach einer Flanke von Linus Obexer per Kopf erfolgreich war.

Elias Filet erzielte den Ehrentreffer mit dem Kopf
Entscheidend wird aber nicht sein, dass die Aarauer als Leader beim Schlusslicht als Verlierer vom Rasen gehen, sondern dass die richtigen Lehren aus diesem Auftritt gezogen werden – und eine entsprechende Reaktion nach der Nati-Pause folgt. Weiter geht es am übernächsten Samstag mit einem Heimspiel gegen den FC Stade Nyonnais. Diese Begegnung wird um 18.00 Uhr im Stadion Brügglifeld angepfiffen, verbunden mit der Aktion «Bring a friend» für alle Inhaber/innen von Saisonkarten.
AC Bellinzona - FC Aarau 5:1 (4:0)
Comunale. – 679 Zuschauer. – SR: Drmic. – Tore: 9. Gonçalves 1:0. 16. Sadiku (Foulpenalty) 2:0. 34. Rey 3:0. 41. Mayorga 4:0. 59. Vogt 5:0. 93. Filet (Obexer) 5:1.
Bellinzona: Muci; Gonçalves, Sörensen, Ato, Lopez, Mayorga (71. Kury); Rey (63. Shabani), Jashari, Bomo; W. Vogt (82. Jaiteh), Sadiku.
Aarau: Hübel, Müller, Acquah (46. Chacon), Thaler; Dickenmann, Zoukit, Derbaci, Guzzo (60. Obexer); Fazliu (74. Frokaj); Afriyie (46. Bobadilla), Koide (60. Filet).
Bemerkungen: Bellinzona ohne Amelibia, Dërmaku, Lasso, Lymann, Mihajlovic (alle verletzt), Godwin und Osigwe (beide nicht im Aufgebot). Aarau ohne Aliu, Jakob, Petit (alle verletzt), Gebreyesus, Khaled, G. Vogt und Zalokar (alle nicht im Aufgebot). – Verwarnungen: 14. Ato, 36. Bomo, 44. Jashari (alle Foulspiel), 62. Mayorga, 78. Muci (beide Unsportlichkeit), 82. Shabani, 85. Chacon (beide Foulspiel).
