Nach zwei Niederlagen in Folge nutzte der FC Aarau auf der Maladière sogleich die erste Chance, um in Führung zu gehen: Angespielt von Dorian Derbaci war es Spielmacher Thomas Chacon, als Vertreter des gesperrten Topskorers Valon Fazliu, der das Leder vorwärtstrieb und die Lücke erspähte, welche durch einen Ausrutscher von Mickaël Facchinetti entstanden war. Dieses Zuspiel veredelte Elias Filet im Strafraum mit zwei technisch hochwertigen Kontakten, um das Leder wuchtig an Goalie Edin Omeragic vorbei in die gegnerischen Maschen zu zimmern (12.); später flog ein weiterer Schussversuch des Franzosen nur knapp am rechten Pfosten vorbei (28.).

Elias Filet jubelt nach seinem Tor
Auch in der Defensive liess die Elf von Cheftrainer Brunello Iacopetta mit einem konsequenten Verteidigen nur wenig zu – und als schliesslich doch ein Freistoss von Fabio Saiz an der Mauer vorbei aufs Tor fand, zeigte Keeper Marvin Hübel sein ganzes Können, als er sein Team mit einer Glanzparade vor dem Ausgleich bewahrte (31.). Ansonsten war Xamax zwar optisch überlegen, doch die weiteren Abschlüsse durch Eris Abedini (37.) und Koro Koné (38./42.) verfehlten ihr Ziel klar, während Noah Streit aus der Distanz direkt in die Arme von Hübel schoss (40.). Allerdings gelang es dem FCA auch nach dem Seitenwechsel aufgrund der fehlenden Präzision und Sorgfalt um den Ball kaum mehr für Entlastung zu sorgen, sodass der heimische Druck laufend zunahm.

Raul Bobadilla
In der 58. Minute schoss Koné nach einem Zuspiel von Romain Bayard noch knapp über das Tor, doch wenige Minuten später war der verdiente Ausgleich zur Tatsache geworden: Auf der linken Seite hatte sich Altin Azemi gegen zwei Gegenspieler durchgesetzt und auch Jessé Hautier wurde nicht eng genug bewacht, sodass er aus der Drehung via Innenpfosten zum 1:1 vollstreckte (66.). Allerdings schien dieser Treffer – gepaart mit frischem Blut von der Ersatzbank – auch den Schalter bei den zuvor passiveren Aarauern umzulegen, welche in der Folge wieder mutiger, präsenter und zielstrebiger agierten.

Leon Frokaj
Der Lohn folgte in der 81. Minute: Nach einem flachen Zuspiel von der rechten Seite (durch Derbaci) war es der erstmals in dieser Saison von der Ersatzbank kommende Stürmer Daniel Afriyie, der den Ball in den heimischen Maschen versenkte. Dass dieser Treffer gleichbedeutend mit dem ersten Aarauer Vollerfolg seit einem knappen Monat war, war am Ende auch wieder Torhüter Hübel zu verdanken, als er in den Tiefen der Nachspielzeit beim Abschluss von Saiz nochmals goldrichtig stand (92.), ehe der identische Xamax-Spieler wenig später auch noch einen Kopfball übers Tor setzte.
Neuchâtel Xamax FCS - FC Aarau 1:2 (0:1)
Maladière. – 3’326 Zuschauer. – SR: Piccolo. – Tore: 12. Filet (Chacon) 0:1. 66. Hautier 1:1. 81. Afriyie (Derbaci) 1:2.
Xamax: Omeragic; Bayard, Hajrulahu, Facchinetti, Fontana; Streit (77. Lentini), Saiz, Abedini (64. Azemi), Carraco; Koné (77. Deme), Hautier.
Aarau: Hübel; Müller, Acquah, Thaler; Dickenmann, Zoukit, Derbaci (90. Jäckle), Guzzo; Chacon (57. Frokaj); Koide (73. Afriyie), Filet (73. Bobadilla).
Bemerkungen: Xamax ohne Ben Seghir, Demhasaj, Krasniqi, Mulaj, Reinhard, Seydoux, Sidibé und Zahaj (alle verletzt). Aarau ohne Fazliu (gesperrt), Aliu, Petit (beide verletzt), Khaled, Schwegler, Vogt und Zalokar (alle nicht im Aufgebot). – Verwarnungen: 26. Abedini, 30. Chacon (beide Foulspiel), 68. Bayard (Unsportlichkeit), 69. Derbaci, 91. Bobadilla (beide Foulspiel), 93. Hübel (Unsportlichkeit).
