Nach intensiven Tagen in den Bündner Bergen präsentierten sich die Schützlinge von Cheftrainer Brunello Iacopetta in der vorarlbergischen Alpenstadt Bludenz – wo die Jungschwaben ihre Zelte aufgeschlagen hatten – in Torlaune, wobei sich alle Treffer das Prädikat «sehenswert» verdienten. Dies begann in der fünften Minute: Nach einem Vorstoss von Elias Filet fand der Ball via Daniel Afriyie und Valon Fazliu zu Silvan Schwegler, der die Aarauer Führung aus halbrechter Position realisierte.

Daniel Afriyie
Entscheidend für den klaren Testspielerfolg waren jedoch auch die Interventionen von FCA-Goalie Marvin Hübel, welcher sich nicht nur beim verdeckt abgegebenen Schuss von Leny Meyer (18.) hellwach zeigte, sondern in der Folge auch Abschlüsse von Thomas Kastanaras (35.) und Mo Sankoh (37.) stark zunichte machte. Kurze Zeit später lag das Leder dennoch im Aarauer Netz: Nach einem unglücklichen Foulspiel von Elias Filet an Max Herwerth traf Kastanaras aus elf Metern in die Maschen, obwohl Keeper Hübel auch hier in der richtigen Ecke war.

Esey Gebreyesus
Auf der Gegenseite waren Abschlüsse durch die Offensivspieler Dorian Derbaci (19.) und Neuzugang Afriyie (33./44.) nicht von Erfolg gekrönt gewesen, doch nach dem Seitenwechsel sprang ein defensiver Akteur in die Bresche: Einen abgefälschten Pass versenkte Serge Müller mittels herrlicher Volleyabnahme von der Strafraumgrenze im gegnerischen Kasten (54.). Und wenige Zeigerumdrehungen später war es Raul Bobadilla, welcher nach einer Balleroberung an der Mittellinie geistesgegenwärtig in den Abschluss ging – und den VfB-Schlussmann mit einem Heber aus rund 45 Metern überwinden konnte (60.).

Erster Einsatz für Leon Frokaj im FCA-Trikot
Die Aarauer hätten ihren Vorsprung in der Folge sogar noch ausbauen können, doch Esey Gebreyesus (64.) und Bobadilla (72.) scheiterten jeweils vor VfB-Torhüter Jerik von der Felsen, während die Dreier-/Fünferkette der Iacopetta-Elf nach dem Seitenwechsel fast nichts mehr zuliess – vor allem Eliot Bujupi sah gleich mehrere Versuche (57./69./89.) im letzten Moment durch den Abwehrriegel entschärft. Der Schlusspunkt folgte in der 90. Minute, als Amr Khaled nach herausragender Vorlage von Linus Obexer frei vor dem Goalie zum diskussionslosen Endstand gegen den deutschen Drittligisten einnetzte.

Amr Khaled trifft zum Endstand
FC Aarau - VfB Stuttgart II 4:1 (1:1)
Alpenstadion Unterstein, Bludenz. – 100 Zuschauer. – SR: Medwed. – Tore: 5. Schwegler (Fazliu) 1:0. 39. Kastanaras (Foulpenalty) 1:1. 54. Müller 2:1. 60. Bobadilla 3:1. 90. Khaled (Obexer) 4:1.
Aarau: Hübel (46. Hirzel); Müller (83. Heuberger), Acquah (61. Hasani), Thaler (76. Senyurt); Schwegler (61. Kessler), Jakob (61. Fofana), Derbaci (46. Frokaj), Guzzo (46. Obexer); Fazliu (76. Khaled); Filet (46. Bobadilla), Afriyie (61. Gebreyesus).
Stuttgart II: Draband (46. Von der Felsen); Amaniampong (62. Santos), Herwerth (62. Reinhardt), Nothnagel (46. Fritschi), Azevedo (30. Spalt); Nankishi (46. Hajdini), Groiss (46. Lüers), Sessa (46. Xie), Meyer (62. Azevedo); Sankoh (46. Bujupi), Kastanaras (46. Faghir).
Bemerkungen: Aarau ohne Aliu, Dickenmann, Jäckle, Koide (alle verletzt), Bahloul, Hegner und Vogt (alle nicht im Aufgebot), dafür mit dem Nachwuchsspieler Luca Heuberger (FC Langenthal). – Keine Verwarnungen.
