Linksfuss mit ausgeprägtem Willen - FC Aarau - Fussball-Club Aarau

Linksfuss mit ausgeprägtem Willen

Am Sams­tag fei­ert Ber­dan Seny­urt sei­nen 20. Geburts­tag. Ein Sieg gegen den FC Rap­­per­s­­wil-Jona (Frei­tag, 19.30 Uhr) wäre für den Hägen­dor­fer, der den Schritt vom Aar­au­er Nach­wuchs ins Fan­ionteam geschafft hat, ein schö­nes Geschenk.

Die neue Sai­son begann für den Youngs­ter gut. In der lau­fen­den Sai­son kam Seny­urt bei sechs von sie­ben Pflicht­spie­len zum Ein­satz. Bei den ers­ten bei­den Par­tien gegen Etoi­le Carouge und Sta­de Lau­sanne Ouchy stand er in der Start­for­ma­ti­on, da Linus Obex­er zwei Spiel­sper­ren absit­zen muss­te. In den fol­gen­den Spie­len kam Seny­urt mit Aus­nah­me der Par­tie gegen Neu­châ­tel Xamax jeweils zu einem Teil­ein­satz. «Ber­dan steht an der Schwel­le, nun muss er den Schritt durchs Tor zum Pro­fi­be­trieb gehen», sagt Fré­dé­ric Page, Lei­ter Nach­wuchs beim FC Aar­au. Was den eins­ti­gen FCA-Ver­­­tei­­di­­ger bei Ber­dan Seny­urt beein­druckt, «ist sein aus­ge­präg­ter Wil­le. Er hat zuletzt gros­se Fort­schrit­te gemacht. Inter­es­sant ist er als Spie­ler auch, da er ein Links­fuss ist.»

Seit sich Ber­dan erin­nern kann, steht Fuss­ball im Zen­trum sei­nes Lebens. Auf­ge­wach­sen mit zwei Brü­dern in Hägen­dorf, begann er bereits mit vier Jah­ren zu kicken, bei den G‑Junioren des FC Wan­gen bei Olten. Sein Onkel Hasan Sogüt ermun­ter­te ihn dazu und war auch sein ers­ter Trai­ner. Rund sechs Jah­re spiel­te Ber­dan bei Wan­gen bei Olten, wech­sel­te danach für ein hal­bes Jahr zum FC Kap­pel. Da stand das Talent bereits im Fokus der Trai­ner der Solo­thur­ner Aus­wah­len. Wäh­rend zwei Jah­ren spiel­te er mit dem Aus­wahl­team diver­se Tur­nie­re. Dar­auf folg­te der nächs­te Schritt. Mit 13 Jah­ren wech­sel­te er in die U14 des FC Solo­thurn.

«Als ich in die U16 von Aar­au kam, spiel­te ich auf der Zeh­­ner-Posi­­ti­on. Danach ging es jede Sai­son um eine Posi­ti­on zurück. Ich war Ach­ter, danach spiel­te ich als Sech­ser.»
— Ber­dan Seny­urt über sei­ne Rol­len­wech­sel.

Sein zwei Jah­re älte­rer Bru­der Dev­ran, der damals in der U18 des FC Aar­au spiel­te, mach­te Trai­ner Pablo Garat dar­auf auf­merk­sam, dass er einen eben­so talen­tier­ten Bru­der habe. Das war 2021. Ber­dan kam ins Pro­be­trai­ning, über­zeug­te die Ver­ant­wort­li­chen und spielt seit­her auf dem Brügg­li­feld. Das ers­te FCA-Team war die U16. Bru­der Dev­ran, der dem Aar­au­er Pro­­fi-Kader ange­hör­te, aber nie in der Chall­enge League zum Ein­satz kam, ist mitt­ler­wei­le beim tür­ki­schen Zweit­li­gis­ten Igdir FK unter Ver­trag.

Wie so vie­le jun­ge Spie­ler war Ber­dan zuerst Stür­mer. Er erziel­te in den jun­gen Jah­ren eine Men­ge Tore. «Als ich in die U16 von Aar­au kam, spiel­te ich auf der Zeh­­ner-Posi­­ti­on. Danach ging es jede Sai­son um eine Posi­ti­on zurück. Ich war Ach­ter, danach spiel­te ich als Sech­ser.» Trai­ner Bru­nel­lo Iaco­pet­ta erläu­ter­te ihm in einem Gespräch, dass er ihn mit sei­ner Zwei­kampf­stär­ke und aggres­si­ven Spiel­wei­se gegen den Ball als Aus­sen­ver­tei­di­ger sehe. «Wir pro­bier­ten das aus, und ich den­ke, ich habe es nicht so schlecht gemacht», sagt Ber­dan mit einem Lachen. Wobei ihm bewusst sei, dass noch Luft nach oben ist. Dar­auf ange­spro­chen, wie gut sei­ne Flan­ken sind, meint er: «Etwa drei von fünf kom­men an. Auch da muss ich mich noch ver­bes­sern.»

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Ber­dan Seny­urt zeigt sei­nen Offen­siv­drang

Im März des ver­gan­ge­nen Jah­res unter­schrieb Ber­dan sei­nen ers­ten Pro­fi­ver­trag beim FC Aar­au, der bis zum 30. Juni 2027 ter­mi­niert ist. Die letz­te Sai­son ver­brach­te er indes vor­wie­gend in der 1. Liga beim FC Woh­len. Beim 3:1‑Sieg des FCA im Schwei­zer Cup vor einem Jahr auf der Nie­der­mat­ten sass Seny­urt noch auf der Ersatz­bank der Aar­au­er. Drei Tage danach wech­sel­te er leih­wei­se zum Erst­li­gis­ten. Er spricht von einer «super Zeit» bei den Frei­äm­tern. «Mit Woh­len spiel­te ich erst­mals rich­ti­gen Män­­ner-Fus­s­­ball. Davor war ich vor­wie­gend in den Jugend­ab­tei­lun­gen. Die Zeit beim FC Woh­len brach­te mich vor­an. Sowohl in kör­per­li­cher Hin­sicht wie auch in Sachen Spiel­ver­ständ­nis.»

«Bei Bes­ik­tas zu spie­len, das ist mein Traum»

Voll des Lobes ist Ber­dan auch über Trai­ner Fabri­cio Noguei­ra Nasci­men­to, bes­ser bekannt als «Piu». Er habe von ihm viel pro­fi­tiert, und auch in mensch­li­cher Hin­sicht habe ihn Piu beein­druckt. Der Coach hat inzwi­schen nach drei Jah­ren bei Woh­len den Ver­ein ver­las­sen und nutzt dies nun als Aus­zeit, wie er erklär­te.

Für Ber­dan geht es nun dar­um, im Pro­­fi-Fus­s­­ball rich­tig Fuss zu fas­sen. Auf die Fra­ge, wel­che Ambi­tio­nen er hege, ant­wor­tet er: «Ich möch­te auf mög­lichst hohem Niveau Fuss­ball spie­len.» Und er ver­rät auch, dass er einen Traum hege: «Seit mei­ner Kind­heit bin ich Fan von Bes­ik­tas Istan­bul. Bei Bes­ik­tas zu spie­len, das ist mein Traum.»

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Seny­urt stand beim Cup-Kri­­mi in Biel im Ein­satz

Sei­ne Wur­zeln hat er aber nicht in Istan­bul. Die Fami­lie kommt von Konya in der Zen­tral­tür­kei. Die Kenn­zahl der ein­woh­ner­mäs­sig siebt­gröss­ten Stadt lau­tet 42. «Des­halb habe ich die Rücken­num­mer 42», erklärt Ber­dan. Wäh­rend den Feri­en weilt er immer wie­der in Konya, wo vie­le sei­ner Ver­wand­ten leben.

Sein Vater Müm­in ist um die Jahr­tau­send­wen­de in die Schweiz gekom­men. Zuerst arbei­te­te er im Basel­biet im Gas­tro­ge­wer­be. Dort lern­te er auch sei­ne Frau ken­nen. «2005, ein Jahr bevor ich zur Welt kam, hat er sich selbst­stän­dig gemacht», erzählt Ber­dan. Er betreibt ein Trans­port­un­ter­neh­men mit vier Lie­fer­wa­gen und bedient Läden und Kios­ke mit Zei­tun­gen, Ess­wa­ren und Klei­dern. Wenn Not am Mann herr­sche, sei er auch schon als Chauf­feur ein­ge­sprun­gen, meint Ber­dan, aber das sei nun nicht mehr der Fall.

Fuss­ball ist bei der Fami­lie Seny­urt ein Dau­er­the­ma. Auch sein jün­ge­rer Bru­der Boran, mitt­ler­wei­le 15, ist Fuss­bal­ler und spielt beim FC Solo­thurn. Und Ber­dan will beim FC Aar­au am Ball blei­ben und als nächs­tes Ziel sich in der Chall­enge League durch­set­zen.

Match­zei­tung Nr. 4 (2026/27) lesen

Die­ser Arti­kel ist am 4. Sep­tem­ber 2026 in der Aus­ga­be Nr. 4 (Sai­son 2026/27) der Match­zei­tung HEIMSPIEL gegen den FC Rap­­per­s­­wil-Jona erschie­nen.

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