«Jeder kann sich auf den anderen verlassen»

Im Inter­view spricht unser Aus­sen­ver­tei­di­ger Mar­cin Dicken­mann über den bis­he­ri­gen Sai­son­ver­lauf, sei­ne Tor­pre­mie­re im Brügg­li­feld und die wich­tigs­ten Tugen­den für ein erfolg­rei­ches Sai­son­fi­na­le.

Inter­view

Das Inter­view führ­te: Sarah Röl­li

Zum aktu­el­len Zeit­punkt haben wir bereits mehr Punk­te gesam­melt als in der gesam­ten letz­ten Sai­son. Wie fällt dein Zwi­schen­fa­zit zur bis­he­ri­gen Spiel­zeit aus?

Mar­cin Dicken­mann: Wenn man die rei­ne Punk­te­aus­beu­te anschaut, kann man die bis­he­ri­ge Sai­son sicher­lich als erfolg­reich bezeich­nen. Den­noch ist uns allen bewusst, dass wir zum jet­zi­gen Zeit­punkt noch nichts erreicht haben. Es läuft vie­les in die rich­ti­ge Rich­tung, sowohl auf dem Platz als auch im Umfeld der Mann­schaft. Gleich­zei­tig sehen wir aber auch, dass noch Luft nach oben vor­han­den ist. Wir kön­nen uns noch wei­ter stei­gern und den nächs­ten Schritt machen, um unse­re Zie­le zu errei­chen.

Was zeich­net unse­re Mann­schaft in die­ser Sai­son beson­ders aus?

Mar­cin Dicken­mann: Ich den­ke, unse­re gröss­te Stär­ke ist das Team als Gan­zes. Damit mei­ne ich nicht nur die Spie­ler auf dem Platz, son­dern auch den gesam­ten Staff und alle, die täg­lich mit uns arbei­ten. Es herrscht ein hun­dert­pro­zen­ti­ges Ver­trau­en unter­ein­an­der, jeder kann sich auf den ande­ren ver­las­sen. Die­ses Ver­trau­en ist ent­schei­dend, weil es jedem ein­zel­nen Spie­ler die Mög­lich­keit gibt, sei­ne Stär­ken voll aus­zu­spie­len.

«Am Ende zählt der Erfolg des Teams, egal wer die Tore erzielt.»
— Mar­cin Dicken­mann, über das War­ten auf sei­nen ers­ten Tref­fer

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Das Inter­view führ­te: Sarah Röl­li

Mit vier Assists, drei davon in den letz­ten Wochen, bist du aktu­ell als zuver­läs­si­ger Vor­be­rei­ter unter­wegs. Wann dür­fen wir dich erst­mals als Tor­schüt­zen beju­beln?

Mar­cin Dicken­mann: Ich hat­te defi­ni­tiv schon ein paar gute Mög­lich­kei­ten, aber bis­lang woll­te der Ball ein­fach noch nicht ins Tor. Solan­ge ich der Mann­schaft aber mit Assists hel­fen kann, bin ich genau­so zufrie­den. Am Ende zählt der Erfolg des Teams, egal wer die Tore erzielt.

Wenn wir zurück­bli­cken: Wel­che Erin­ne­run­gen ver­bin­dest du mit dei­nem ers­ten Pro­­fi-Tor für den FC Wil, wel­ches du im Febru­ar 2022 im Brügg­li­feld erzielt hast?

Mar­cin Dicken­mann: Das war natür­lich ein spe­zi­el­ler Moment und grund­sätz­lich ein sehr schö­nes Gefühl. Aller­dings konn­te ich mich nicht wirk­lich dar­über freu­en, weil das Tor sehr spät im Spiel gefal­len war und das Spiel trotz mei­nem Tref­fer ver­lo­ren ging.

Dicken­mann im Wiler Tri­kot gegen Isaac Papp­oe

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Das Inter­view führ­te: Sarah Röl­li

Seit dei­nem Wech­sel zum FC Wil im Jahr 2020 trägst du die Rücken­num­mer 29. Hat die­se Num­mer eine beson­de­re Bedeu­tung für dich?

Mar­cin Dicken­mann: Eine tie­fe­re Bedeu­tung hat die Num­mer ehr­lich gesagt nicht. Als ich zum FC Wil kam, war die Aus­wahl an ver­füg­ba­ren Num­mern begrenzt. Mir war wich­tig, eine zwei­stel­li­ge Num­mer zu haben, und die 29 hat mir von den Optio­nen am bes­ten gefal­len. Des­halb ist es dann die­se gewor­den und auch geblie­ben.

In dei­ner Fami­lie gab es mit dei­nem Onkel Urs und dei­ner Cou­si­ne Lara offen­siv aus­ge­rich­te­te Vor­bil­der auf dem Fuss­ball­platz. Wie kam es dazu, dass du dich für eine defen­si­ve­re Rol­le ent­schie­den hast?

Mar­cin Dicken­mann: Das hat sich eigent­lich schon rela­tiv früh abge­zeich­net. Ich habe von Beginn an oft auf die­ser Posi­ti­on gespielt, und mei­ne Stär­ken haben gut dazu gepasst. Mit der Zeit habe ich gemerkt, dass ich mich dort am wohls­ten füh­le und der Mann­schaft am bes­ten hel­fen kann, zudem hat­te ich auch immer Freu­de, auf die­ser Posi­ti­on zu spie­len.

«Beson­ders wich­tig ist für mich das gegen­sei­ti­ge Ver­trau­en, dies hilft mir enorm, um auf dem Platz kon­stant mei­ne Leis­tung abzu­ru­fen.»
— Mar­cin Dicken­mann, über Chef­trai­ner Bru­nel­lo Iaco­pet­ta

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Das Inter­view führ­te: Sarah Röl­li

Du hast zum Zeit­punkt die­ses Inter­views bereits 138 Spie­le unter Chef­trai­ner Bru­nel­lo Iaco­pet­ta absol­viert, davon 85 beim FC Wil. Wel­che Bedeu­tung hat er für dei­ne Kar­rie­re als Pro­fi­fuss­bal­ler?

Mar­cin Dicken­mann: Er spielt defi­ni­tiv eine mass­ge­ben­de Rol­le in mei­ner Kar­rie­re. Unter sei­ner Füh­rung konn­te ich vie­le wert­vol­le Erfah­run­gen sam­meln und mich sowohl sport­lich als auch per­sön­lich wei­ter­ent­wi­ckeln. Beson­ders wich­tig ist für mich das gegen­sei­ti­ge Ver­trau­en, dies hilft mir enorm, um auf dem Platz kon­stant mei­ne Leis­tung abzu­ru­fen.

Mit Ser­ge Mül­ler im GC-Nach­­wuchs sowie mit Valon Faz­liu und Hen­ri Koide in Wil hast du bereits frü­her mit eini­gen dei­ner heu­ti­gen Team­kol­le­gen zusam­men­ge­spielt. Wie wich­tig sind dir sol­che ver­trau­ten Gesich­ter inner­halb einer Mann­schaft?

Mar­cin Dicken­mann: Das ist auf jeden Fall etwas sehr Posi­ti­ves. Gera­de zu Beginn bei einem neu­en Team erleich­tert es vie­les, wenn man bereits Mit­spie­ler kennt. Auch wenn ich ins­ge­samt sehr offen und herz­lich im Team auf­ge­nom­men wur­de, hilft es natür­lich zusätz­lich. Beson­ders spe­zi­ell ist die Ver­bin­dung zu Ser­ge Mül­ler, weil wir uns schon sehr lan­ge ken­nen, gemein­sam gespielt haben und auch in der Zeit dazwi­schen immer in Kon­takt geblie­ben sind.

Dicken­mann mit Ser­ge Mül­ler, Team­kol­le­gen im GC-Nach­­wuchs

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Das Inter­view führ­te: Sarah Röl­li

Zu Beginn der Sai­son muss­test du wegen einer im Bar­ra­­ge-Rück­­spiel erlit­te­nen Knie­ver­let­zung für meh­re­re Mona­te pau­sie­ren. Wie hast du die­se ers­te ernst­haf­te Ver­let­zung dei­ner Kar­rie­re erlebt?

Mar­cin Dicken­mann: Am Anfang war das sehr erschre­ckend, weil die­se Situa­ti­on abso­lut neu war für mich. Plötz­lich ist man gezwun­gen, einen Schritt zurück­zu­ge­hen und bei gewis­sen Übun­gen und Belas­tun­gen qua­si wie­der bei null anzu­fan­gen. Das war men­tal wahr­schein­lich die gröss­te Her­aus­for­de­rung für mich. Auch nur von der Sei­ten­li­nie zuschau­en zu kön­nen, war unge­wohnt und nicht ein­fach. Umso glück­li­cher war ich, dass ich nicht ope­riert wer­den muss­te und eini­ger­mas­sen schnell wie­der schmerz­frei trai­nie­ren konn­te.

Wir lie­fern uns einen span­nen­den Zwei­kampf an der Tabel­len­spit­ze mit dem FC Vaduz. Was wird ent­schei­dend sein, damit wir in die­sem Jahr unser gros­ses Ziel errei­chen kön­nen?

Mar­cin Dicken­mann: Ent­schei­dend wird sein, dass wir genau so wei­ter­ma­chen wie bis­her und nicht nach­las­sen. Wir müs­sen unse­re Stär­ken, die wir in die­ser Sai­son gezeigt haben, wei­ter­hin kon­se­quent auf den Platz brin­gen. Gleich­zei­tig dür­fen wir uns nicht zu sehr von der Tabel­le oder mög­li­chen Sze­na­ri­en ablen­ken las­sen. Es wird noch viel pas­sie­ren, des­halb ist es wich­tig, dass wir uns Woche für Woche auf unse­re eige­ne Leis­tung kon­zen­trie­ren.

Zwei­kampf mit Ced­ric Gas­ser (Vaduz)

Match­zei­tung Nr. 17 (2025/26) lesen

Die­ser Arti­kel ist am 7. April 2026 in der Aus­ga­be Nr. 17 (Sai­son 2025/26) der Match­zei­tung HEIMSPIEL gegen den Etoi­le Carouge FC erschie­nen.

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