«Ich kann dem Team viel Energie geben» - FC Aarau - Fussball-Club Aarau

«Ich kann dem Team viel Energie geben»

Unser Mit­tel­feld­spie­ler Kas­tri­jot Ndau war mit sei­nem Frei­stoss­tref­fer gegen Sta­de Lau­sanne Ouchy für das Glanz­licht im letz­ten Heim­spiel ver­ant­wort­lich. Der 27-jäh­ri­­ge Aar­gau­er steht nicht nur für gut getim­te ste­hen­de Bäl­le und aggres­si­ves Zwei­kampf­ver­hal­ten, son­dern sorgt auch dafür, dass eini­ge Zuschau­er sei­net­we­gen den Weg ins Brügg­li­feld fin­den.

Kas­tri­jot, gab es für dich wäh­rend der sie­ben Jah­re beim FC Wil einen Lieb­lings­geg­ner?

Kas­tri­jot Ndau: Ich wur­de tat­säch­lich schon häu­fig dar­auf ange­spro­chen, wes­halb wir gegen den FC Aar­au meist sehr gut per­formt haben. Es ist sicher so, dass vor allem die jun­gen Spie­ler jeweils extra moti­viert waren, vor so vie­len Fans zu spie­len. Etwas, das man sich in Wil sonst weni­ger gewohnt ist.

Wel­chen Ein­fluss hat­te dein frü­he­rer Trai­ner beim FC Wil, Bru­nel­lo Iaco­pet­ta, beim Ent­scheid, aufs Brügg­li­feld zu wech­seln?

Ndau: Das war schon ein ent­schei­den­der Fak­tor. Bei Wil war er mein gros­ser För­de­rer, er ernann­te mich dort zum Cap­tain. Nach­dem ohne­hin klar war, dass ich nach der lan­gen Zeit bei die­sem Club eine neue Her­aus­for­de­rung anneh­men woll­te, hat­te ich gute Gesprä­che mit Bruni. Es hat gegen­sei­tig gepasst und für mich war schnell klar, dass ich beim FC Aar­au den nächs­ten Kar­rie­re­schritt machen möch­te.

Du hast es erwähnt: Bei dei­nem vor­ma­li­gen Ver­ein warst du der Team­lea­der. Wie inter­pre­tierst du dei­ne neue Rol­le in der Hier­ar­chie des FC Aar­au?

Ndau: Beim FCA wur­de ich sehr gut auf­ge­nom­men und fühl­te mich schnell inte­griert. Nebst dem Trai­ner hat­te ich auch schon vie­le Spie­ler gekannt. Ich spü­re, dass ich dem Team viel Ener­gie geben kann und will vor allem den Jun­gen auf und neben dem Platz eine Hil­fe sein. Ich bin einer, der immer das Maxi­mum gibt und stets den Sieg anstrebt. Dass ich bei Aar­au in den Spie­ler­rat gewählt wur­de, erach­te ich als schö­nen Ver­trau­ens­be­weis.

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Kas­tri­jot Ndau im Wil-Tri­­kot gegen Eli­as Filet

Auf dem Platz giltst du als Aggres­siv­lea­der. Wie wür­dest du dich als Pri­vat­per­son cha­rak­te­ri­sie­ren?

Ndau: Ich wür­de mich als lie­ben, offe­nen Men­schen bezeich­nen. Mei­ne Art, auf die Leu­te und im Sta­di­on auf die Fans zuzu­ge­hen, wird geschätzt. Was aber auch im Pri­va­ten gilt: Ich will immer gewin­nen, sei es beim Ten­nis oder ande­ren Spie­len. Die­se Men­ta­li­tät haben mei­ne Geschwis­ter und ich von den Eltern geerbt. Mein Vater kam mit 16 Jah­ren in die Schweiz. Auch er muss­te sich alles hart erar­bei­ten. Wir sind sehr dank­bar dafür und wis­sen, dass man für den Erfolg viel leis­ten muss.

In dei­ner Kar­rie­re sind dir schon meh­re­re Frei­stoss­to­re gelun­gen. Am letz­ten Sams­tag durf­ten wir erst­mals mit dir mit­ju­beln. Wie viel Trai­ning und Extra­ein­hei­ten ste­cken hin­ter die­ser Qua­li­tät?

Ndau: Als ich etwa 13 Jah­re alt war, ent­deck­te ich auf You­tube ein Video mit den Freistös­sen des Bra­si­lia­ners Jun­in­ho. Die Art, den Ball mit viel Top­spin zu tre­ten, fas­zi­nier­te mich und ich ver­such­te durch inten­si­ves Trai­ning, die­se Tech­nik nach­zu­ah­men. So gelang mir auch das Tor gegen Ouchy. Mit die­sem Schnitt senkt sich der Ball hin­ter der Mau­er sehr schnell, was es für den Tor­hü­ter enorm schwie­rig macht. Bereits in Carouge fehl­te aus ähn­li­cher Distanz nur ganz wenig. Die Goa­lies soll­ten sich aber nicht dar­auf ein­stel­len, dass ich den Ball immer in die kur­ze Ecke zirk­le. Auch auf den hin­te­ren Pfos­ten habe ich das ganz gut im Griff…

«Bei mei­nem ers­ten Heim­spiel zu sehen, wie vie­le Leu­te (auch) wegen mir ins Sta­di­on kamen, hat mich sehr berührt. Es war extrem schön. Gene­rell schät­ze ich den Aus­tausch mit den Zuschau­ern nach einem Spiel sehr.»
— Kas­tri­jot Ndau, über sei­ne Pre­mie­re

Was ging in dir vor nach die­sem Tor­er­folg?

Ndau: Es war ein super Gefühl. Oft genug habe ich gegen Aar­au gespielt. Nun durf­te ich erst­mals für den FCA jubeln. Ich wuss­te erst gar nicht recht, wie ich fei­ern soll und lief instink­tiv in die Platz­mit­te in Rich­tung der Fans, die uns pau­sen­los unter­stütz­ten. Das Tor war auch für sie.

Auf der FCA-App wur­dest du von den Sup­port­ern zum bes­ten Spie­ler der Par­tie gewählt. Was bedeu­tet dir die­se Aus­zeich­nung?

Ndau: Ich habe die App zwar schon instal­liert, aber ich wuss­te ehr­lich gesagt gar nicht, dass es die­se Wahl gibt. Da muss ich wohl die App noch etwas bes­ser ken­nen­ler­nen … Ich bin glück­lich und dank­bar, dass ich gewählt wor­den bin, aber wir kön­nen nur als Team erfolg­reich sein.

Nach dem Spiel konn­test du vie­le bekann­te Gesich­ter im Publi­kum begrüs­sen. Wer war alles aus dei­nem Umfeld im Sta­di­on?

Ndau: Ich war enorm über­rascht, wen ich nach Spiel­schluss alles antraf. Ich bin in Vil­li­gen auf­ge­wach­sen, ging dann in Brugg zur Schu­le und wohn­te dort, bis ich die­sen Früh­ling zu mei­ner Freun­din nach Neu­en­hof zog. Daher kann ich mich als Aar­gau­er durch und durch bezeich­nen. Bei mei­nem ers­ten Heim­spiel für den FCA zu sehen, wie vie­le Leu­te (auch) wegen mir ins Sta­di­on kamen, hat mich sehr berührt. Da waren die Fami­lie, die Freun­din, alte Klas­sen­ka­me­ra­den und sogar Team­kol­le­gen aus mei­ner Jugend beim FC Geiss­berg Vil­li­gen zuge­gen. Auch mein Trai­ner­kol­le­ge, mit dem ich die B‑Junioren des FC Brugg betreue, war vor Ort. Es war extrem schön. Gene­rell schät­ze ich den Aus­tausch mit den Zuschau­ern nach einem Spiel sehr.

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Kas­tri­jot Ndau beim «Meet&Grill» vor dem Sai­son­start

Zwei Spie­le, ein Punkt: Wie sieht dein Fazit aus nach den ers­ten bei­den Meis­ter­schafts­spie­len?

Ndau: Wir sind über die­se Punk­te­aus­beu­te sicher nicht glück­lich. Es ist aber nun mal so, dass wir vie­le Ver­än­de­run­gen im Team hat­ten. Wir wer­den jedoch von Tag zu Tag bes­ser und wach­sen immer mehr zu einer Ein­heit zusam­men. Die ers­te Halb­zeit gegen Ouchy war ein guter Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung. Gegen Nyon müs­sen wir uns aber noch­mals stei­gern.

Beim FC Sta­de Nyon­nais erfolg­te ein noch grös­se­rer Umbruch im Kader als bei Aar­au. Was erwar­test du heu­te für ein Spiel?

Ndau: Ich erwar­te eine inten­si­ve Par­tie, wie es gegen wel­sche Teams meist der Fall ist. Bei­de Mann­schaf­ten pfle­gen eine ver­ti­ka­le Aus­rich­tung des Spiels. Wir wer­den gut vor­be­rei­tet in die­se Begeg­nung gehen und ich bin über­zeugt, dass wir unse­re Qua­li­tä­ten auf den Platz brin­gen wer­den.

Match­zei­tung Nr. 2 (2026/27) lesen

Die­ser Arti­kel ist am 7. August 2026 in der Aus­ga­be Nr. 2 (Sai­son 2026/27) der Match­zei­tung HEIMSPIEL gegen den FC Sta­de Nyon­nais erschie­nen.

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