«Die ganze Crew ist sehr fokussiert»

Im Inter­view spricht Jérô­me Thies­son über die Arbeit als Lei­ter Ope­ra­ti­ver Betrieb, den Aus­gleich als U15-Che­f­­trai­­ner und sei­ne Erin­ne­run­gen an bri­san­te Sai­­son-End­­pha­­sen.

Inter­view

Das Inter­view führ­te: Mar­cel Peter­mann

Jer­ry, du hat­test 2022 nach drei Jah­ren beim FC Aar­au dei­ne Spie­ler­kar­rie­re been­det. Wie ging es danach beruf­lich bei dir wei­ter?

Jérô­me Thies­son: Ich hat­te das Glück, dank «Ath­le­tes Net­work», dem Schwei­zer Netz­werk für akti­ve und ehe­ma­li­ge Ath­le­tin­nen und Ath­le­ten, der auch Part­ner des FC Aar­au ist, eine idea­le Anschluss­lö­sung zu fin­den als Fuss­ball­ko­or­di­na­tor und Aus­bil­dungs­coach bei der Pri­vat­schu­le «Sport Aca­de­my Zurich». Dane­ben konn­te ich den FC Mut­schel­len in der 2. Liga inter­re­gio­nal trai­nie­ren. Ein Jahr spä­ter über­nahm ich die U16 des FC Red Star Zürich.

Vor einem Jahr bist du aufs Brügg­li­feld zurück­ge­kehrt. Wie kam es dazu?

Jérô­me Thies­son: Die Ver­eins­füh­rung kon­tak­tier­te mich, weil in der Orga­ni­sa­ti­on des FC Aar­au eine Stel­le frei wur­de. Ger­ne war ich bereit, eine coo­le Auf­ga­be im Fuss­ball zu über­neh­men und das Erlern­te aus mei­nem Wir­t­­schafts-Bache­­lor-Stu­­di­um in die Pra­xis umzu­set­zen. Das Stu­di­um habe ich unter­bro­chen, um das Trai­­ner-A-Diplom zu absol­vie­ren. Danach möch­te ich den Bache­lor abschlies­sen.

Jéro­me Thies­son ist auch U15-Trai­­ner

Inter­view

Das Inter­view führ­te: Mar­cel Peter­mann

Du bist beim FC Aar­au Geschäfts­lei­tungs­mit­glied und Lei­ter Ope­ra­ti­ver Betrieb. Was beinhal­tet die­se Auf­ga­be?

Jérô­me Thies­son: Das bin ich ein Jahr lang immer wie­der gefragt wor­den … Und ich habe viel Neu­es ken­nen­ler­nen dür­fen. Mein Auf­ga­ben­ge­biet umfasst die Lei­tung der Geschäfts­stel­le sowie des Spiel­tags. Ich bin Anlauf­stel­le für die Infra­struk­tur und bin Nach­hal­­ti­g­keits-Ver­­an­t­­wor­t­­li­cher. Aus­ser­dem koor­di­nie­re ich die Lizenz­ein­ga­be und die Medi­en­an­fra­gen.

Zudem bist du Trai­ner der U15 des FC Aar­au. Was bedeu­tet dir die­se Arbeit mit den jun­gen Kickern?

Jérô­me Thies­son: Es ist ein tol­ler Aus­gleich, der mir min­des­tens so viel Freu­de berei­tet wie die Arbeit am Schreib­tisch. Auch wenn noch viel zu tun wäre, muss ich um 15 Uhr jeweils mein Büro ver­las­sen, da im Schach­en 20 Jungs auf mich war­ten. Es ist sehr her­aus­for­dernd, aber auch ein Pri­vi­leg, Zeit mit der Gene­ra­ti­on von mor­gen zu ver­brin­gen. Bei die­sen 14-Jäh­ri­­gen ent­wi­ckelt sich in den nächs­ten drei bis vier Jah­ren so viel, sei es im Fuss­ball oder in der Per­sön­lich­keits­ent­wick­lung. Schön, dass ich sie dabei ein Stück auf die­sem Weg beglei­ten darf.

«Nun haben wir Spie­le vor uns, in denen es viel zu gewin­nen gibt.»
— Jérô­me Thies­son, über das Sai­son­fi­na­le

Inter­view

Das Inter­view führ­te: Mar­cel Peter­mann

Die Mann­schaft von Bru­nel­lo Iaco­pet­ta könn­te heu­te einen gros­sen Schritt Rich­tung Bar­ra­ge machen. Wie erlebst du das Team in die­sen Tagen?

Jérô­me Thies­son: Ich habe die Reak­tio­nen nach dem Thun-Spiel sehr posi­tiv wahr­ge­nom­men. Natür­lich ist es nicht ein­fach, wenn man den ande­ren beim Jubeln zuse­hen muss. Die Ent­täu­schung war spür­bar. Aber die Mann­schaft weiss ein­zu­schät­zen, woher sie kommt und wel­che Ent­wick­lung sie in die­ser Sai­son gemacht hat. Nun haben wir Spie­le vor uns, in denen es viel zu gewin­nen gibt. Und die­se Chall­enge geht die gan­ze Crew sehr fokus­siert an.

Thies­son kehr­te vor einem Jahr aufs Brügg­li­feld zurück

Inter­view

Das Inter­view führ­te: Mar­cel Peter­mann

Wie hat­test du damals als Spie­ler sol­che Spie­le mit erhöh­ter Bedeu­tung erlebt?

Jérô­me Thies­son: Vor allem in den Sai­sons bei Bel­lin­zo­na war es jeweils nega­ti­ver Druck, wenn es dar­um ging, den Liga­er­halt in der Super League zu schaf­fen (2009–2011, Red.). Auch mit Luzern kämpf­ten wir gegen den Abstieg, nebst erfolg­rei­chen Jah­ren, in den wir um die Euro­­pa­­cup-Plä­t­­ze spiel­ten. Da gab es schon auch Näch­te, in denen man nicht gut schlief. Aber mit zuneh­men­dem Alter konn­te ich dies bes­ser ein­ord­nen und gut mit die­sem Druck umge­hen. Man muss die Spie­le, in denen es um viel geht, lie­ben und als Team her­aus­ra­gen wol­len. Es gilt Resi­li­enz zu bewei­sen und alles in die Waag­scha­le zu wer­fen.

Nächs­ten Frei­tag fin­det das Final-4-Tur­­nier des AKB-Brüg­g­­li­­cups statt. Wes­halb lohnt sich ein Besuch die­ses Tur­niers?

Jérô­me Thies­son: Die Kin­der im Alter von rund zehn Jah­ren haben sich die Unter­stüt­zung von den Rän­gen ver­dient. Je jün­ger die Kicker sind, des­to purer die Emo­tio­nen. Das Tur­nier im Brügg­li­feld mit den Teams des FC Baden, des FC Ent­fel­den, des FC Gon­ten­schwil und der Sel­ec­tion Team Kess­ler dau­ert von 18 bis 20 Uhr. Alle sind herz­lich will­kom­men. Der Besuch lohnt sich natür­lich auch wegen unse­res super Cate­rings! Und am Abend kann die Par­tie Etoi­le Carouge gegen Aar­au als Public Vie­w­ing ver­folgt wer­den für alle, wel­che die Rei­se nach Genf nicht antre­ten kön­nen.

Match­zei­tung Nr. 19 (2024/25) lesen

Die­ser Arti­kel ist am 9. Mai 2025 in der Aus­ga­be Nr. 19 (Sai­son 2024/25) der Match­zei­tung HEIMSPIEL gegen den FC Wil erschie­nen.

FCA News

Die Adler-Tro­phäe geht an Eli­as Filet
14.05.26
Die Adler-Tro­phäe geht an Eli­as Filet
«Eine neue Per­spek­ti­ve des Fuss­balls»
06.05.26
«Eine neue Per­spek­ti­ve des Fuss­balls»
«Wir woll­ten nur noch fei­ern»
20.04.26
«Wir woll­ten nur noch fei­ern»
«Jeder kann sich auf den ande­ren ver­las­sen»
05.04.26
«Jeder kann sich auf den ande­ren ver­las­sen»
«Im Zug habe ich viel Zeit zum Arbei­ten»
18.03.26
«Im Zug habe ich viel Zeit zum Arbei­ten»
Das Ver­trau­en mit Toren zurück­zah­len
11.03.26
Das Ver­trau­en mit Toren zurück­zah­len