«Ich erwarte einen intensiven Match»

Unser Ath­le­tik­trai­ner Nor­bert Fischer ist bereits seit sie­ben Jah­ren für die Fit­ness der Aar­au­er Spie­ler ver­ant­wort­lich.

Inter­view

Das Inter­view führ­te: Mar­cel Peter­mann

Nobi, wie muss man sich eine Trai­nings­wo­che wie die­se vor­stel­len, mit drei Spie­len innert sie­ben Tagen?

Nor­bert Fischer: Die Spie­le bestim­men immer eine Trai­nings­wo­che. In die­sen Tagen gab es kei­ne Mög­lich­keit für inten­si­ve Ein­hei­ten. Die Spie­le sind der «Peak» der Belas­tung. Dabei gilt es zu beach­ten, dass Spie­ler, die kei­ne oder weni­ger Ein­satz­zeit erhal­ten, mehr Inten­si­tät benö­ti­gen. So gibt es Trai­nings­ein­hei­ten mit Unter­grup­pen. Grund­sätz­lich ging es dar­um, die Spie­le zu ver­ar­bei­ten, sich gut zu rege­ne­rie­ren, den Kör­per wie­der durch­zu­be­we­gen und den Herz-Kreis­lauf zu akti­vie­ren. Die Phy­si­os sind in die­sen Tagen beson­ders gefor­dert. Bles­su­ren müs­sen so rasch wie mög­lich behan­delt wer­den. Auch ist es sehr wich­tig, mög­lichst schnell nach einem Spiel Nähr­stof­fe zuzu­füh­ren, sei es mit Rege­­ne­ra­­ti­ons-Shakes und rich­ti­gen Mahl­zei­ten. Es ist immer ein Abwä­gen bei der Gewich­tung zwi­schen dem phy­si­schen, dem tech­­nisch-tak­­ti­­schen und dem men­ta­len Bereich. Die Spie­ler soll­ten frisch im Kopf sein, ande­rer­seits ist es auch wich­tig, viel den Ball in den Füs­sen zu haben. Nach frei­en Tagen nimmt die Pass­qua­li­tät oft ab. Was den Spie­lern auch sehr hilft, sich gut zu rege­ne­rie­ren, sind Käl­­te- oder Eis­bä­der. Sehr geschätzt wird auch die Mög­lich­keit, die Dienst­leis­tun­gen der Wel­l­­ness-Ther­­me «For­ty­se­ven», unse­rem Gold Part­ner, in Anspruch neh­men zu kön­nen.

Dank einer Wes­te mit inte­grier­tem GPS und Sen­so­ren erhal­tet ihr von den Spie­lern von jedem Trai­ning und jedem Match vie­le Daten. Wie wer­tet ihr die­se aus?

Nor­bert Fischer: Die­se Daten die­nen uns als Trai­nings­steue­rungs­ele­ment. Es gilt aber immer auch die Begleit­um­stän­de zu beach­ten. Ein Match mit so viel Wind wie in Bel­lin­zo­na ist nicht zu ver­glei­chen mit einem nor­ma­len Spiel. Wir erhal­ten aber einen Refe­renz­wert, um bei Bedarf gezielt zu reagie­ren. Je nach Posi­ti­on haben die Spie­ler ande­re Anfor­de­run­gen zu erfül­len. Eini­ge spu­len zehn bis elf Kilo­me­ter in einem Match ab. Wir erhal­ten aber auch
Infor­ma­tio­nen über «High Inten­si­ty Runs», also hohe Lauf­in­ten­si­tä­ten, Sprint­wer­te und Stop-and-Go-Aktio­­nen. Je nach Match­plan ste­hen ande­re Qua­li­tä­ten im Vor­der­grund. Bei vor­wie­gen­dem Ball­be­sitz gibt es auto­ma­tisch weni­ger Läu­fe. Mehr ist nicht immer mehr. Hat dich der Geg­ner lau­fen las­sen? Haben wir die Ver­ti­ka­li­tät, die Tie­fe, gesucht? Manch­mal wird zu viel mit Wer­ten poli­ti­siert. Wich­tig sind auch die Rück­mel­dun­gen der Spie­ler. So füllt jeder am Mor­gen jeweils einen kur­zen Online-Fra­­ge­­bo­­gen aus zu Kör­per­emp­fin­den, Schlaf oder Schmer­zen. Dies gibt uns einen Wis­sens­vor­sprung, wenn die Spie­ler im Brügg­li­feld ein­tref­fen, um not­falls bereits Mass­nah­men in die Wege lei­ten zu kön­nen.

2425-inter­view-fischer

Inter­view

Das Inter­view führ­te: Mar­cel Peter­mann

Was sind dei­ne Auf­ga­ben an einem Match­tag?

Nor­bert Fischer: Ich sehe mich in ers­ter Linie als Dienst­leis­ter für Staff und Mann­schaft. Vor dem Kick-off lei­te und über­wa­che ich das Auf­wär­men der Spie­ler. Wäh­rend der Par­tie küm­me­re ich mich dar­um, dass sich die Ein­wech­sel­spie­ler rich­tig auf ihren Ein­satz vor­be­rei­ten. Nach dem Match absol­vie­ren die wenig oder nicht ein­ge­setz­ten Spie­ler noch eine Ein­heit, um die Belas­tung an die ande­ren etwas anzu­glei­chen. Danach folgt die Ana­ly­se der erfass­ten Daten, die uns ers­te Rück­schlüs­se für die Pla­nung der nächs­ten Tage geben kön­nen.

Du bestrei­test mitt­ler­wei­le dei­ne sieb­te Sai­son als Ath­le­tik­trai­ner des FC Aar­au. Was bedeu­tet dir der Ver­ein?

Nor­bert Fischer: Der FC Aar­au bedeu­tet mir sehr viel. Die­sen Club ver­folg­te ich als klei­ner Jun­ge bereits als Fan, durch­lief hier danach die Nach­wuchs­stu­fen und darf nun die­sen Job aus­üben, der mir viel Freu­de berei­tet. Der FC Aar­au ist ein fai­rer und guter Arbeit­ge­ber. Dass ich nicht nur im Fuss­ball, son­dern beim Ver­ein aus der Regi­on, in der ich auf­ge­wach­sen bin, tätig sein kann, schät­ze ich sehr. Über die Jah­re konn­te ich dadurch zahl­rei­che Men­schen ken­nen­ler­nen, die mir viel bedeu­ten.

Was für ein Spiel erwar­test du gegen den FC Sta­de Lau­sanne Ouchy?

Nor­bert Fischer: Ich erwar­te einen inten­si­ven, har­ten Match. Wir tref­fen auf einen Geg­ner, der sehr schnell umschal­ten wird. Das ver­langt auch vom Kopf sehr viel. Die Lau­san­ner haben einen guten Lauf. Die­sen wol­len wir natür­lich stop­pen und unse­re posi­ti­ve Serie der Unge­schla­gen­heit wah­ren und auch wie­der zum Sie­gen zurück­keh­ren.

Match­zei­tung Nr. 17 (2024/25) lesen

Die­ser Arti­kel ist am 4. April 2025 in der Aus­ga­be Nr. 17 (Sai­son 2024/25) der Match­zei­tung HEIMSPIEL gegen den FC Sta­de Lau­sanne Ouchy erschie­nen.

FCA News

Die Adler-Tro­phäe geht an Eli­as Filet
14.05.26
Die Adler-Tro­phäe geht an Eli­as Filet
«Eine neue Per­spek­ti­ve des Fuss­balls»
06.05.26
«Eine neue Per­spek­ti­ve des Fuss­balls»
«Wir woll­ten nur noch fei­ern»
20.04.26
«Wir woll­ten nur noch fei­ern»
«Jeder kann sich auf den ande­ren ver­las­sen»
05.04.26
«Jeder kann sich auf den ande­ren ver­las­sen»
«Im Zug habe ich viel Zeit zum Arbei­ten»
18.03.26
«Im Zug habe ich viel Zeit zum Arbei­ten»
Das Ver­trau­en mit Toren zurück­zah­len
11.03.26
Das Ver­trau­en mit Toren zurück­zah­len