«Ich will parat sein, wenn es mich braucht»
Unser Captain Olivier Jäckle beendet seine Laufbahn als Profi-Fussballer nach dieser Saison. Im Interview ordnet der Rekordspieler (mit 398 Einsätzen) seine Gedanken dazu ein.
Interview
Das Interview führte: Marcel Petermann
Olivier Jäckle: Das Ziel war klar, wir wollten das Spiel gewinnen. Am Anfang kamen wir noch zu guten Torchancen. Doch je länger die Partie dauerte, desto schwieriger wurde es für uns, insbesondere nach dem Rückstand. Für die Moral war es wichtig, dass uns immerhin noch der Ausgleich gelang. Trotzdem fühlte es sich nach dem Schlusspfiff wie eine Niederlage an. Aber wer weiss, vielleicht wird dieser Punktgewinn in der Endabrechnung noch entscheidend sein.
Olivier Jäckle: Solche Situationen habe ich in diesen vielen Jahren ja schon einige erlebt. Wir müssen schauen, dass wir nun wieder auf die Siegesstrasse zurückkehren. Dabei dürfen wir nicht den Kopf verlieren, sondern müssen einfach wieder die Leistung auf den Platz bringen. Dabei gilt es bereits unter der Woche Vollgas zu geben im Training. Wichtig ist vor allem, dass man untereinander positiv bleibt und sich gegenseitig unterstützt. Aber es ist nicht so, dass wir in einer schlechteren Phase mehr oder weniger miteinander diskutieren. Auch im Erfolg sprechen wir Dinge an, die nicht gut sind.
— Olivier Jäckle, über sein Karriereende nach dieser Saison
Interview
Das Interview führte: Marcel Petermann
Olivier Jäckle: Da gab es mehrere Punkte. Dazu gehört auch, dass ich den Jungen Platz machen möchte, damit sie ihre Karrieren vorantreiben können. Ich hatte eine super Zeit, 14 Jahre lang konnte ich als Spieler das Geschehen des FC Aarau mitprägen. Vom Fitnesslevel und meinem Können her würde ich es mir durchaus zutrauen, die eine oder andere Saison anzuhängen. Aber es ist mir lieber, jetzt aufzuhören, so lange ich noch konkurrenzfähig bin. Für mich passt es so und ich freue mich auf die neuen Herausforderungen.
Olivier Jäckle: Ich glaube ganz gut. In den Trainings versuche ich weiterhin, mit Leistung voranzugehen. Natürlich würde ich gerne mehr spielen. Aber ich kann das Team auch von der Bank aus und neben dem Platz unterstützen. Eigentlich mache ich mir zurzeit gar nicht gross Gedanken über meinen bevorstehenden Abschied. Ich geniesse es einfach, weiterhin Teil der Mannschaft zu sein und will parat sein, wenn ich auf dem Platz gebraucht werde.
Interview
Das Interview führte: Marcel Petermann
Olivier Jäckle: Zurzeit bin ich absolut schmerzfrei. Klar, nach einem harten Training spüre ich mal was. Aber das ist wohl vor allem dem Alter zuzuschreiben … Es war definitiv der richtige Entscheid, die Platte aus meinem Fuss entfernen zu lassen, obwohl dadurch nochmals eine Operation, verbunden mit einer erneuten Reha, notwendig war. Es ist ein grosser Unterschied zu vorher.
Olivier Jäckle: Die Geburt unserer Tochter Kimia hat den Alltag natürlich – wie wohl bei allen Eltern – grundlegend verändert. Es ist wunderschön, aber halt auch eine grosse Umstellung, an die ich mich noch gewöhnen muss. Natürlich kommt der Schlaf ein wenig zu kurz. Aber ich kann mich nicht beklagen. Zum einen gibt es bereits Nächte, in denen Kimia sechs bis sieben Stunden durchschläft. Zum anderen ist es meine Frau, die in erster Linie für die Kleine schaut, wenn sie in der Nacht aufwacht. Es mag sein, dass die Gründung einer Familie meinen Entschluss zum Rücktritt im Sinne einer Neuorientierung auch ein wenig beeinflusst hat.
— Olivier Jäckle, über seine Arbeit als Nachwuchstrainer
Interview
Das Interview führte: Marcel Petermann
Olivier Jäckle: Ich mache das sehr gerne. Begonnen hat es vor dreieinhalb Jahren, als ich die FE-13 des FC Baden begleitete, danach war ich zwei Jahre lang Assistent bei Badens U15. Bei der U19 des FC Aarau bin ich als 2. Assistenztrainer im Einsatz und bin ein- bis zweimal pro Woche bei den Trainings dabei. Es ist sehr spannend mitzuerleben, wie sich die Jungs in diesem Alter entwickeln, sei es als Spieler oder auch in ihrer Persönlichkeit. Bei Cheftrainer Goran Ivelj kann ich mich aktiv einbringen und ich hoffe, dass ich den Talenten etwas von meiner Erfahrung weitergeben kann.
Olivier Jäckle: Wie es bei mir im Sommer weitergeht ist noch offen. Feststeht einzig, dass ich beim FC Aarau bleiben werde. Die Gespräche mit Sandro Burki diesbezüglich sind im Gang, da kann ich noch nicht mehr dazu sagen.
Interview
Das Interview führte: Marcel Petermann
Olivier Jäckle: Ich erwarte, dass wir einen FC Aarau sehen werden, der mit dem unbedingten Siegeswillen auf den Platz geht. Wir treffen auf eine Mannschaft, die ihre Qualität in dieser Saison schon mehrfach unter Beweis gestellt hat. Die letzten beiden Begegnungen gegen Rappi waren hartumkämpft. Aber wir müssen den Anspruch haben, diese Partie sicher zu gewinnen. Wir werden jedenfalls von Beginn weg alles raushauen.
Matchzeitung Nr. 14 (2025/26) lesen
Dieser Artikel ist am 27. Februar 2026 in der Ausgabe Nr. 14 (Saison 2025/26) der Matchzeitung HEIMSPIEL gegen den FC Rapperswil-Jona erschienen.





