Kaum war das Spiel angepfiffen, fand ein vertikaler Pass von Dorian Derbaci zu Valon Fazliu, welcher im Sechzehner durch Abwehrspieler Noah Grognuz von den Beinen geholt wurde. Der Gefoulte trat selbst an, um seine Farben bereits nach 75 Sekunden aus elf Metern in Front zu bringen. Aber auch die Hausherren durften sich nach zwanzig Minuten – und einer Intervention von Angreifer Elias Filet gegen Ethan Brandy – vom Penaltypunkt versuchen, um durch Joris Manquant zum 1:1 auszugleichen, doch Aarau fand umgehend die passende Antwort, als Derbaci nach starker Einzelaktion aus grösserer Distanz unhaltbar in die rechte Torecke vollstreckte (21.).

Nassim Zoukit gegen Leorat Bega
Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit blieben die Gastgeber mehrheitlich im Ballbesitz, doch Torgefahr ging einzig von der Iacopetta-Elf aus: Nach einem direkten Umschaltspiel flog ein Schlenzer Filets nur hauchdünn am linken Winkel vorbei (26.), dann verfehlte ein neuerlicher Versuch von Torschütze Derbaci sein Ziel (37.) und schliesslich zögerten Daniel Afriyie und Fazliu in einer aussichtsreichen Position zu lange mit dem Abschluss (41.); stattdessen kam Stade Nyonnais nach der Halbzeit durch Burak Alili erneut zum Ausgleich, nachdem er sich am rechten Flügel gegen Marco Thaler durchgesetzt hatte und mit einem präzisen Schuss in die weite Ecke vollendete (49.).

Dorian Derbaci feiert seinen herrlichen Treffer mit Daniel Afriyie
Allerdings hielten die Aarauer an diesem torreichen Abend mit ihrer spielerischen Überlegenheit immer wieder die passende Antwort auf Rückschläge parat: In der 56. Minute sorgte Fazliu nach einem schönen Zusammenspiel mit Ryan Kessler für die neuerliche Führung. Und nur acht Zeigerumdrehungen später trug sich auch noch Stürmer Filet per Flugkopfball nach einer Massflanke von Linus Obexer in die Torschützenliste ein. Aber die Hausherren fanden abermals zurück ins Spiel – dank eines streng gepfiffenen Elfmeters, wiederum souverän verwandelt von Manquant (68.). Letzterer tauchte nur wenige Augenblicke später erneut vor dem Aarauer Keeper Marvin Hübel auf, um den Ausgleich zum 4:4 für die Waadtländer zu realisieren.

Raul Bobadilla im Duell mit Maxim Leclercq
Nun war die Reihe wieder an den Gästen, welche es mit einem tückischen Distanzschuss von Raul Bobadilla versuchten, doch auch Obexer wusste im Nachsetzen nicht zu reüssieren. Kurze Zeit später folgte die Erlösung, als wiederum Fazliu mit einem Flachschuss zum 5:4-Erfolg einnetzte (80.). Der Offensivspieler bejubelte seinen ersten Dreierpack im FCA-Trikot, verbunden mit einem persönlichen Vorrücken auf Rang 4 in der «ewigen» Torschützenliste (seit 1981). Am Ende des Spektakels kam der heimische Dreifachtorschütze Manquant zwar nochmals zum Abschluss (88./92.), doch die Brügglifeld-Elf liess sich ihren vierten Sieg im vierten Ligaspiel nicht mehr nehmen.
FC Stade Nyonnais - FC Aarau 4:5 (1:2)
Colovray. – 460 Zuschauer. – SR: Kanagasingam. – Tore: 2. Fazliu (Foulpenalty) 0:1. 20. Manquant (Foulpenalty) 1:1. 21. Derbaci 1:2. 49. Alili 2:2. 56. Fazliu (Kessler) 2:3. 64. Filet (Obexer) 2:4. 68. Manquant (Foulpenalty) 3:4. 70. Manquant 4:4. 80. Fazliu (Bobadilla) 4:5.
Nyon: Mastil; Brandy (92. Para), Richard, Grognuz (46. Ngonzo), Correia; Jarell (61. Leclercq), Okuka, Bega; Alili (61. Rodriguez); Perchaud (61. Stoll), Manquant.
Aarau: Hübel; Müller, Acquah, Thaler; Kessler, Zoukit (84. Jakob), Derbaci (73. Derbaci), Obexer (84. Guzzo); Fazliu; Afriyie (93. Petit), Filet (73. Bobadilla).
Bemerkungen: Nyon ohne Ghia (gesperrt), Diomande (verletzt), A. Avdic, E. Avdic, Vukovic und Yana (alle nicht im Aufgebot). Aarau ohne Aliu, Dickenmann, Jäckle (alle verletzt), Bahloul, Fofana, Khaled, Vogt und Zalokar (alle nicht im Aufgebot). – Verwarnungen: 19. Filet (Foulspiel), 19. Richard, 39. Fazliu (beide Unsportlichkeit), 57. Derbaci (Foulspiel), 58. Manquant, 58. Zoukit (beide Unsportlichkeit), 68. Kessler, 88. Frokaj, 94. Bobadilla (alle Foulspiel).
