«Der FC Aarau hat für mich einen ganz besonderen Stellenwert» - FC Aarau - Fussball-Club Aarau

«Der FC Aarau hat für mich einen ganz besonderen Stellenwert»

Er wur­de im Aar­au­er Nach­wuchs aus­ge­bil­det und kehr­te vor drei Jah­ren nach zahl­rei­chen Sta­tio­nen zurück aufs Brügg­li­feld. Andre­as Hir­zel wird als Team­player sehr geschätzt. Auf ihn ist aber auch immer Ver­lass, wenn der 33-jäh­ri­­ge Tor­hü­ter zum Ein­satz kommt. So auch in den bei­den bis­he­ri­gen Cup­spie­len die­ser Sai­son, in Biel und am letz­ten Sonn­tag beim 2:0‑Sieg über den FC Zürich.

Dem FC Aar­au ist im Schwei­zer Cup erneut eine Über­raschung gelun­gen. Wie ord­nest du per­sön­lich die­sen Sieg gegen den FC Zürich in dei­ner «Hig­h­­light-Ran­g­­lis­­te» ein?

Andre­as Hir­zel: Die­sen Erfolg rei­he ich sehr weit oben ein. Gegen einen Super­li­gis­ten zu spie­len und dann erst noch zu gewin­nen ist etwas ganz Beson­de­res. Klar, die Sie­ge gegen Luzern und die Young Boys in den bei­den Vor­jah­ren waren auch sehr schön, aber wenn man sel­ber auf dem Platz steht, ist es von den Emo­tio­nen her halt schon viel inten­si­ver. Ja, das macht etwas mit einem, es ist ein sehr spe­zi­el­ler Sieg.

War es auch ein beson­de­res Spiel für dich, weil du als gebür­ti­ger Zür­cher den FCZ besiegt hast?

Hir­zel: Ja, das macht die gan­ze Sache noch ­bri­san­ter. In unse­rer Fami­lie sym­pa­thi­sier­te man frü­her mit dem FC Zürich, mei­ne Brü­der gin­gen oft in den Let­zi­grund an die Spie­le. Als Bub war ich aber kein FCZ-Fan. Mit elf ­Jah­ren wech­sel­te ich ja bereits vom FC Urdorf zum FC Aar­au. Der dama­li­ge FCA-Tor­hü­­ter­­trai­­ner Wil­li Weber war ein Schul­kol­le­ge mei­nes Vaters. Ich besuch­te zunächst sei­ne pri­va­te Goa­lieschu­le ein­mal pro Woche im Zür­cher Hard­hof. Als fest­ge­stellt wur­de, dass bei mir durch­aus Talent vor­han­den war, lag es auf der Hand, in die Nach­wuchs­ab­tei­lung des FC Aar­au zu wech­seln, auch wenn der Weg dadurch etwas län­ger war als zu den Zür­cher Clubs.

Du konn­test dich am ver­gan­ge­nen Sonn­tag mehr­fach aus­zeich­nen. Wel­ches war die schwie­rigs­te Ret­tungs­tat?

Hir­zel: Bei der Zür­cher Gross­chan­ce in der sechs­ten Minu­te war sicher auch etwas Glück dabei. Der Kopf­ball von Lin­drit Kam­be­ri am zwei­ten Pfos­ten nach einer Frei­stoss­flan­ke kam aus sehr kur­zer Distanz. Ich konn­te mich nur noch dar­auf beschrän­ken, mich in den Ball zu wer­fen und die Hän­de hoch­zu­reis­sen, glück­li­cher­wei­se konn­te ich so ein frü­hes ­Gegen­tor ver­hin­dern. Aus goa­lie­tech­ni­scher Sicht hoch­ste­hen­der war mei­ne Para­de nach der Kopf­ball­chan­ce von Kevin Spa­da­nu­da in der zwei­ten Halb­zeit, kurz vor unse­rem Füh­rungs­tref­fer.

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Andre­as Hir­zel bedankt sich bei den FCA-Fans in Biel

Im fünf­ten Cup­spiel, in wel­chem du für den FC Aar­au zwi­schen den Pfos­ten gestan­den bist, resul­tier­te der fünf­te Sieg. Ein gutes Omen für die wei­te­re Cup­sai­son…

Hir­zel: Das wäre natür­lich schön, wenn es so wei­ter­ge­hen wür­de. Gegen den SC Brühl erwar­te ich, dass es eben­so schwie­rig wird wie in der ers­ten Run­de in Biel oder jetzt gegen den FC Zürich. Wir haben zwar zum drit­ten Mal in drei Jah­ren einen Super­li­gis­ten bezwun­gen, aber nun wol­len wir end­lich wie­der ein­mal über den Ach­tel­fi­nal hin­aus­kom­men. Was mei­ne Rol­le betrifft: Im Som­mer wur­de mir gegen­über kom­mu­ni­ziert, dass ich die­se Cup­sai­son im Tor bestrei­ten darf, was mich natür­lich sehr freu­te. In den letz­ten drei Jah­ren beschränk­ten sich mei­ne Ein­sät­ze ja jeweils auf die Start­spie­le gegen unter­klas­si­ge Ver­ei­ne.

Wie habt ihr gefei­ert nach dem Sieg gegen den FCZ?

Hir­zel: Es waren vie­le Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge von mir im Sta­di­on, mit denen ich mich nach dem Spiel noch etwas aus­ge­tauscht habe. In der Kabi­ne war die Stim­mung natür­lich sehr gut. Aber danach ging es nach Hau­se. Ich habe noch die Cup-Hig­h­­lights der ande­ren Par­tien am Fern­se­hen ver­folgt und mir die letz­ten 30 Minu­ten unse­res Matches noch­mals ange­schaut. Ich fühl­te mich noch über­haupt nicht müde, muss­te mich dann aber irgend­wann mal zwin­gen, schla­fen zu gehen.

Wie war die Trai­nings­wo­che zwi­schen der Nie­der­la­ge bei Sta­de Nyon­nais und dem Cup­match?

Hir­zel: Die Stim­mung war ver­ständ­li­cher­wei­se nicht super, wir waren alle sehr ent­täuscht vom Spiel und dem Ergeb­nis in Nyon. Wir haben viel dis­ku­tiert und waren uns einig, dass es nicht mehr pri­mär ums Fussballe­rische geht, son­dern ums Mind­set, oder wie es der Trai­ner oft for­mu­liert, ums Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein. Die Men­ta­li­tät muss­te eine ande­re wer­den. Wenn du die Zwei­kämp­fe gewinnst und die zwei­ten Bäl­le eroberst, sieht auch der Fuss­ball auto­ma­tisch bes­ser aus. Es war eine inten­si­ve Woche, aber das hat es ­gebraucht.

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Andre­as Hir­zel jubelt nach dem Sieg gegen den FC Zürich

Dei­ne bei­den Tor­hü­ter­kol­le­gen sind dem Fan-Umfeld noch weit­ge­hend unbe­kannt. Kannst du sie für uns etwas vor­stel­len?

Hir­zel: Luka Velick­ovic hat extrem viel Pech mit all sei­nen Ver­let­zun­gen. Er hat vie­le gute Sachen in sei­nem Goa­lie­spiel, lei­der wird er durch die­se Rück­schlä­ge immer wie­der aus­ge­bremst. Cha­rak­ter­lich ist er top, wir haben einen guten Aus­tausch und pushen uns gegen­sei­tig. Mel­vin Frei gibt Gas, ist sehr lern­wil­lig und macht alles, um stän­dig bes­ser zu wer­den. Er ist schnell in sei­nen Aktio­nen und hat eine gute Beweg­lich­keit. Wir sind ein sehr gutes Goa­lie­team, das sich gegen­sei­tig enorm unter­stützt.

Du gibst dei­ne Erfah­rung auch den Aar­au­er Nach­wuchs­goa­lies wei­ter. Wie sieht die­ses Enga­ge­ment genau aus?

Hir­zel: Zwei bis drei­mal pro Woche trai­nie­re ich die Tor­hü­ter der U16 und der U17. Es macht mir enorm viel Spass, die Trai­nings vor­zu­be­rei­ten und die Ent­wick­lung der jun­gen Talen­te zu beob­ach­ten. Als Mann­schafts­trai­ner habe ich bereits das Uefa-C-Diplom erwor­ben und bin jetzt am B‑Diplom. Als Goa­lie­trai­ner habe ich die Aus­bil­dung fürs «Niveau 2» absol­viert, wei­te­re Stu­fen sind dann noch «Goal­kee­per B» und «Goal­kee­per A».

Mit 33 Jah­ren bist du im bes­ten Tor­hü­ter­al­ter. Wie siehst du dei­ne per­sön­li­che Zukunft?

Hir­zel: Ich bin glück­lich, dass ich Anfang die­ses Jah­res mei­nen Ver­trag bis 2028 ver­län­gern konn­te. Auch dadurch, dass ich hier bereits als Juni­or tätig war, hat der FC Aar­au für mich einen ganz beson­de­ren Stel­len­wert. Ich füh­le mich kör­per­lich noch top­fit und möch­te so lan­ge wie mög­lich als Tor­hü­ter wei­ter­ma­chen, da es mir ein­fach unglaub­lich viel Spass berei­tet. Das Ziel ist schon, auch danach im Fuss­ball­busi­ness zu blei­ben. Ich habe einen KV-Abschluss, viel­leicht lässt sich mit Büro- und Trai­ner­job etwas kom­bi­nie­ren.

Match­zei­tung Nr. 7 (2026/27) lesen

Die­ser Arti­kel ist am 24. Okto­ber 2026 in der Aus­ga­be Nr. 7 (Sai­son 2026/27) der Match­zei­tung HEIMSPIEL gegen den Etoi­le Carouge FC erschie­nen.

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