Der lange Weg zurück auf den Platz - FC Aarau - Fussball-Club Aarau

Der lange Weg zurück auf den Platz

Nach sei­nem Kreuz­band­riss ist unser Mit­tel­feld­spie­ler Izer Aliu wie­der voll­stän­dig gene­sen und hat sich den Platz im Team zurück­er­kämpft. Hier blickt der 26-Jäh­ri­­ge auf die ver­gan­ge­nen Mona­te zurück.

Izer, wie gross war dei­ne Erleich­te­rung über den spä­ten Sieg­tref­fer von Shkel­qim Vla­di vor einer Woche gegen den FC Rap­­per­s­­wil-Jona?

Izer Aliu: Die Erleich­te­rung war sehr gross. Nach den ver­spiel­ten zwei Punk­ten in Wil woll­ten wir es unbe­dingt bes­ser machen und uns den Sieg holen. Es war ein schwie­ri­ger Match gegen Rap­pers­wil, aber wir haben gut auf die Rück­stän­de reagie­ren kön­nen. Für Vla­di hat mich das Tor beson­ders gefreut. Ich ver­ste­he mich sehr gut mit ihm. Er hat­te zuletzt eine schwie­ri­ge Zeit mit dem ver­let­zungs­be­ding­ten Aus­fall. Wir wis­sen, was wir an ihm haben und dass er für uns eine enor­me Ver­stär­kung sein kann.

Wie beur­teilst du die Ent­wick­lung der Mann­schaft in den ers­ten sie­ben Meis­ter­schafts­run­den?

Aliu: Wir hat­ten vie­le Wech­sel im Som­mer. Da ist es logisch, dass es Zeit braucht, um ein­an­der auf und neben dem Platz bes­ser ken­nen­zu­ler­nen. Für die zahl­rei­chen neu­en Spie­ler galt es auch erst ein­mal unser Spiel­sys­tem zu ver­in­ner­li­chen. Wir sind sicher noch nicht dort, wo wir sein wol­len, aber die Ent­wick­lung stimmt mich posi­tiv.

Dei­ne ers­te Sai­son im Tri­kot des FC Aar­au ende­te im Febru­ar 2025 auf­grund eines Kreuz­band­ris­ses im lin­ken Knie abrupt. Wie bist du mit die­ser Dia­gno­se umge­gan­gen?

Aliu: Der Mann­schaft und mir per­sön­lich war es damals sehr gut gelau­fen. Im Spiel, in wel­chem ich mich ver­letzt hat­te, bezwan­gen wir den FC Thun mit 1:0 und konn­ten den Auf­stiegs­kampf wie­der rich­tig span­nend machen. Der Befund nach dem MRI war ein Schock. Es war schwie­rig für mich, damit umzu­ge­hen. Am meis­ten Mühe mach­te mir zu rea­li­sie­ren, dass ich nicht mehr mit­hel­fen konn­te, unser Ziel zu errei­chen. Da ich die­se Ver­let­zung bereits sie­ben Jah­re zuvor am ande­ren Knie hat­te, wuss­te ich in etwa, was auf mich zukom­men wür­de. Die ers­ten Tage waren sicher­lich die schwie­rigs­ten für den Kopf.

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Izer Aliu nach sei­nem Kreuz­band­riss auf dem Ergo­me­ter

Wie sahen die Schrit­te zurück auf den Platz aus?

Aliu: Nach der Ope­ra­ti­on kannst du erst ein­mal nicht all­zu viel machen, aus­ser das Knie in der Phy­sio behan­deln zu las­sen. Nach etwa fünf Wochen konn­te ich wie­der ohne Krü­cken gehen. Zunächst war Eigen­ge­wichts­trai­ning ange­sagt, bevor ich mit Gewich­ten die Umfän­ge stei­gern konn­te. Dann gings aufs Lauf­band und ein paar Wochen dar­auf – ich glau­be im August war das – konn­te ich auf dem Rasen wie­der mit Lauf­trai­ning begin­nen. Schliess­lich folg­ten indi­vi­du­el­le Ein­hei­ten mit dem Ball, bevor ich Anfang die­ses Jah­res wie­der voll ins Mann­schafts­trai­ning ein­stei­gen konn­te. Natür­lich hät­te ich ger­ne so bald wie mög­lich wie­der in Ernst­kämp­fen um Punk­te gespielt, doch der gan­ze Rück­kehr­pro­zess war mit den Phy­si­os und Trai­nern abge­spro­chen, sodass ich im April erst­mals wie­der zu Teil­ein­sät­zen kam.

Kannst du inzwi­schen wie­der beschwer­de­frei spie­len?

Aliu: Ja, ich füh­le mich zu 100 Pro­zent fit und kann wie­der Voll­gas geben. Wenn du die ers­ten Zwei­kämp­fe bestrei­test und merkst, dass alles wie­der funk­tio­niert, ver­fliegt die Angst, sich erneut zu ver­let­zen, rasch.

«Ich schät­ze sehr, was ich hier habe und will das Ver­trau­en mit guten Leis­tun­gen recht­fer­ti­gen und so dem Ver­ein etwas zurück­ge­ben.»
— Izer Aliu, über sei­ne Ver­trags­ver­län­ge­rung.

Im Janu­ar die­ses Jah­res hast du den im Som­mer aus­lau­fen­den Ver­trag beim FC Aar­au um zwei Jah­re ver­län­gert. Ein Zei­chen gegen­sei­ti­ger Wert­schät­zung?

Aliu: Ja genau. Für mich war klar, dass ich ger­ne beim FC Aar­au blei­ben wür­de. Nach guten Gesprä­chen mit Els­ad Zver­o­tic, Bru­nel­lo Iaco­pet­ta und San­dro Bur­ki wur­den wir uns schnell einig. Ich schät­ze sehr, was ich hier habe und will das Ver­trau­en mit guten Leis­tun­gen recht­fer­ti­gen und so dem Ver­ein etwas zurück­ge­ben.

Nach den Teil­ein­sät­zen im Früh­ling bist du in die­ser Sai­son mit einer Aus­nah­me in jedem Spiel in der Start­for­ma­ti­on gestan­den und hast im Cup gegen den FC Biel gar dein ers­tes Tor im FCA-Tri­­kot erzielt. Was ist dein per­sön­li­ches Fazit?

Aliu: Ich den­ke, ich kann zufrie­den sein, wie es mir momen­tan läuft. Es ist immer schwer, sei­ne eige­ne Leis­tung zu beur­tei­len, aber ich fand, dass ich bis­her durch­aus anspre­chen­de Par­tien gezeigt habe. Glück­lich bin ich auch über mei­nen ers­ten Tref­fer für den FC Aar­au. Nach der Schuss­ab­ga­be konn­te ich gar nicht mehr sehen, wo der Ball ein­schlug, da ich mit zwei Gegen­spie­lern kol­li­dier­te und der eine mich schmerz­haft am Bein traf. Auf­grund der Reak­ti­on unse­res Stür­mers Roko Batu­ri­na rea­li­sier­te ich dann aber rela­tiv schnell, dass der Ball im Tor gelan­det sein muss…

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Izer Aliu im Heim­spiel gegen Rap­­per­s­­wil-Jona

Heu­te emp­fan­gen wir mit dem SC Kri­ens einen ehe­ma­li­gen Ver­ein von dir. Wel­che Erin­ne­run­gen hast du an die zwei Jah­re im Klein­feld?

Aliu: Beim SC Kri­ens habe ich eine schö­ne Zeit erlebt. Im Ver­ein herrscht eine sehr fami­liä­re Atmo­sphä­re. Ich habe dort vie­le gute Leu­te ken­nen­ler­nen dür­fen. Lei­der ver­moch­ten wir in der zwei­ten Sai­son sport­lich nicht mehr mit­zu­hal­ten und muss­ten den Abstieg hin­neh­men. Umso mehr freut es mich, dass die Kri­en­ser nun wie­der die Rück­kehr in die Chall­enge League geschafft haben.

Was sind die Qua­li­tä­ten des dies­jäh­ri­gen Auf­stei­gers?

Aliu: Die Mann­schaft zeich­net sich durch einen sehr guten Team­geist aus. Die vie­len jun­gen, talen­tier­ten Spie­ler wer­den gut ergänzt durch ein­zel­ne Erfah­re­ne, die dem Team eine wich­ti­ge Stüt­ze sind. Die meis­ten Kri­en­ser gehen neben dem Fuss­ball noch einer wei­te­ren Arbeit nach, was auf die­sem Niveau eher die Aus­nah­me ist. Und die Punk­te­aus­beu­te zu Sai­son­be­ginn lässt sich abso­lut sehen.

Auch das Cup­spiel am Sonn­tag, 18. Okto­ber gegen dei­nen Jugend­ver­ein FC Zürich, wo du mit 16 Jah­ren bereits in der Chall­enge League debü­tiert hast, dürf­te etwas Beson­de­res sein für dich. Wie hast du auf die Aus­lo­sung reagiert?

Aliu: Ich habe mich über die­ses Los gefreut. Beim FCZ habe ich die gan­ze Aus­bil­dung ver­bracht und durf­te dort mei­ne ers­ten Erfah­run­gen im Pro­fi­be­reich sam­meln. Vom aktu­el­len Kader ken­ne ich aus der Zeit im Let­zi­grund noch Lin­drit Kam­be­ri und Ble­di­an Kras­ni­qi sowie zwei Phy­si­os. Das Brügg­li­feld wird beim Cup­spiel bestimmt aus­ver­kauft sein. Die­se Atmo­sphä­re und die Rol­le als Under­dog ken­nen wir ja aus den Vor­jah­ren gegen den FC Luzern und den BSC Young Boys. Wir wer­den sicher alles dar­an set­zen, um ein drit­tes Mal für eine Über­ra­schung zu sor­gen.

Match­zei­tung Nr. 5 (2026/27) lesen

Die­ser Arti­kel ist am 12. Sep­tem­ber 2026 in der Aus­ga­be Nr. 5 (Sai­son 2026/27) der Match­zei­tung HEIMSPIEL gegen den SC Kri­ens erschie­nen.

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