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Der FC Aarau verabschiedet sich erhobenen Hauptes aus dem Schweizer Cup - trotz einer 1:2-Niederlage vor heimischer Kulisse gegen den FC Luzern.

Achtung, fertig, los. Das ewig junge Cup-Duell im Brügglifeld fand ohne vorsichtiges Abtasten statt: In der vierten Minute gingen die Luzerner nach einem Corner von der linken Seite durch Ibrahima Ndiaye bereits in Führung, nachdem es die Gastgeber verpasst hatten, das Spielgerät frühzeitig aus der Gefahrenzone zu schlagen. Aber Aarau wusste umgehend zu antworten – mit dem Ausgleichstreffer von Mickaël Almeida (9.). Dieser war nach einer Hereingabe von Kevin Spadanuda durch die Kopfballverlängerung von Donat Rrudhani ideal in Szene gesetzt worden. Es war sowas wie eine Umkehrung der Ereignisse aus dem letzten Aufeinandertreffen im Halbfinale vor 16 Jahren, als die unterklassigen Zentralschweizer einen frühen Rückstand im Brügglifeld rasch egalisieren konnten.

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Mickaël Almeida jubelt über seinen Ausgleichstreffer

Wenn sich die Geschichte von 2005 dupliziert hätte, wäre nun ein weiterer Aarauer Torerfolg auf dem Programm gestanden, aber Liridon Balaj (14.) und Kevin Spadanuda (16.) scheiterten gleichermassen an FCL-Keeper Marius Müller. Zudem fanden weitere Abschlussversuche der überlegenen Gastgeber durch Mats Hammerich (15.) und erneut Balaj (20./27.) nicht auf das gegnerische Tor; stattdessen wurden die zuvor inexistenten Luzerner gefährlicher. In der 29. Minute köpfte Stefan Knezevic am entfernten Pfosten vorbei, später flog ein Freistoss von Filip Ugrinic ebenso knapp am Ziel vorbei (40.). Und schliesslich war Aarau-Torhüter Simon Enzler erstmals gefordert, als er einen weiteren Distanzschuss Ugrinics mirakulös entschärfte (41.).

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Liridon Balaj lässt Christian Schwegler stehen

Nach dem Seitenwechsel – und ersten Versuchen durch Balaj (54.) sowie Ugrinic (51./55.) – gelang es den Aarauern nur mehr selten, sich aus der eigenen Platzhälfte zu lösen; stattdessen nahm der Druck der Gäste immer mehr zu. In der 63. Minute hatten die Einheimischen viel Glück in Anspruch zu nehmen, als Léon Bergsma nach dem Schuss des freistehenden Ndiaye für seinen Keeper vor der Torlinie rettete und der Ex-Aarauer Pascal Schürpf anschliesslich über das Gehäuse schoss. Noch enger wurde es acht Minuten später: Aus 25 Metern klatschte ein Schuss von Schürpf an die Querlatte. Zweifellos verdiente sich Aarau das sprichwörtliche «Glück des Tüchigen» jedoch auch mit einem heroischen und solidarischen Auftritt.

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Vorbildlicher Einsatz bei Jérôme Thiesson

Die Aarauer überzeugten durchwegs mit viel Kampfgeist, doch der Druck der Luzerner wurde in der 74. Minute schliesslich zu gross. Von rechtsaussen traf Ex-FCA-Spieler Varol Tasar knapp eine Viertelstunde nach seiner Einwechslung zum Siegestreffer für die oberklassigen Gäste. Zwar kam Aarau aus dem Nichts nochmals zu einer grossen Ausgleichstreffer, als Luzern-Goalie Müller bei einem verunglückten Abkick nur seinen Mitspieler abschoss, doch das Glück der Brügglifeld-Elf schien plötzlich aufgebraucht, denn die folgende Direktabnahme von Almeida klatschte nur an den Pfosten (78.). Anschliessend brachte der eben erst eingewechselte Filip Stojilkovic das Leder in dieser unglaublichen Szene auch nicht am starken Keeper vorbei.

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Olivier Jäckle im Duell mit Ex-FCA-Spieler Varol Tasar

Der FC Aarau scheiterte somit einmal mehr im Schweizer Cup an den Zentralschweizern – und verpasste seine Revanche für die ebenso schmerzhafte 1:2-Niederlage im Halbfinale vor 16 Jahren an selber Spielstätte. Nun kann sich die Brügglifeld-Elf auf die nächsten Aufgaben in der Brack.ch Challenge League fokussieren, wo es am Samstag (18.15 Uhr) auswärts gegen den Tabellennachbarn FC Schaffhausen weitergehen wird.

FC Aarau - FC Luzern 1:2 (1:1)

Brügglifeld. – 100 Zuschauer. – SR: Schärer. – Tore: 4. Ndiaye 0:1. 9. Almeida (Rrudhani) 1:1. 74. Tasar 1:2.

Aarau: Enzler; Giger, Thiesson, Bergsma, Conus; Balaj (77. Aratore), Jäckle, Hammerich (77. S. Schwegler), Spadanuda (62. Stojilkovic); Almeida, Rrudhani.

Luzern: Müller; C. Schwegler (69. Grether), Burch, Knezevic, Frydek; Ndiaye, Ugrinic, Wehrmann, Schürpf; Schaub (59. Tasar), Sorgic.

Bemerkungen: Aarau ohne Schindelholz (krank), Gashi, Peralta, Qollaku, Thaler, Verboom (alle verletzt), Caserta, Hajdari, Hasani und Schneider (alle nicht im Aufgebot). Luzern ohne Binous, Ndenge, Schulz (alle verletzt), Alounga, Balaruban, Bürki, Carbonell, Jacot, Lang, Monney, Owusu und Radtke (alle nicht im Aufgebot). – 69. C. Schwegler verletzt ausgeschieden. 71. Lattenschuss Schürpf. 78. Pfostenschuss Almeida. – Keine Verwarnungen.

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