Bild zu diesem Beitrag
Veröffentlicht am
von
Autor

Der FC Aarau kommt nach einer höchst emotionalen Achterbahnfahrt zu drei wichtigen Punkten im Tessin und gewinnt auswärts beim FC Chiasso mit 3:2.

Bei optimalen Bedingungen vergingen nur zwei Minuten, ehe Michaël Perrier – nach Zuspiel von Linus Obexer – zum ersten Abschluss des Nachmittags kam. Zwar blieben die Schützlinge von Chefcoach Patrick Rahmen in der Folge spielbestimmend – und doch wiederholte sich ein Bild aus dieser Saison, das die Gäste verhindern wollten. Ein einziger Stellungsfehler reichte aus, um die eigene Defensive zu destablisieren, sodass der Ex-Aarauer Zoran Josipovic in der 17. Minute nach Vorarbeit von Ali Kabacalman frei vor Torhüter Djordje Nikolic mit der ersten Chance zur Tessiner Führung einnetzte. Zehn Minuten später stand der FCA-Keeper erneut im Mittelpunkt, indem er einen Kopfstoss von Nicolae Milinceanu mit einem spektakulären Reflex entschärfte und so seine Vorderleute im Spiel hielt.

Bild zu diesem Beitrag

Linus Obexer wird von Malinowski im Strafraum gefoult

Ansonsten fand das Geschehen mehrheitlich in der Hälfte der Gastgeber statt, doch Perrier (32./36.) scheiterte gleich doppelt an Goalie Anthony Mossi und auch Petar Misic (43.) sah seinen Freistoss abgewehrt. Allerdings war es dem FCA zuvor bereits gelungen, den Spielstand zu egalisieren: Nach einem Foulspiel an Obexer traf Stefan Maierhofer vom Penaltypunkt souverän zum ausgeglichenen Pausenstand in die rechte Torecke (34.). Der Österreicher vermochte sich somit auch im dritten Spiel nacheinander in die Torschützenliste einzutragen – und fast wäre er im zweiten Umgang sogar für die Aarauer Führung besorgt gewesen, als er nach einem satten Fernschuss von Varol Tasar aus spitzem Winkel nur ins Aussennetz traf (68.).

Bild zu diesem Beitrag

Captain Zverotic traf in Chiasso zum 2:2-Ausgleich

Ansonsten waren nach der Pause vor allem Tugenden in den Bereichen Kampf und Leidenschaft gefordert – erst recht, als die offensiv zuvor inexistenten Tessiner zu Beginn der finalen Viertelstunde mit einem Kopfball des eben eingewechselten Facundo Batista neuerlich in Front gingen. Plötzlich war Aarau in der virtuellen Tabelle wieder sieben Punkte vom rettenden Ufer entfernt und auch Glücksgöttin Fortuna schien nun ihren Dienst zu verweigern, als ein Kopfball durch Mickael Almeida von der Querlatte abprallte (83.). Die Gäste stemmten sich jedoch mit viel Solidarität und Willen gegen die drohende Niederlage – und belohnten sich in einer denkwürdigen Schlussphase schliesslich doch noch mit drei Punkten.

Bild zu diesem Beitrag

Aarauer Jubel nach dem Siegestreffer

Zuerst war es FCA-Captain Elsad Zverotic, der den Eckball von Olivier Jäckle mit dem Kopf in die Maschen lenkte (87.). Und in der zweiten Minute der Nachspielzeit war es Almeida, welcher seine Farben ins Glück schoss, nachdem Torhüter Mossi einen satten Freistoss von Jäckle aus rund zwanzig Metern nicht zu behändigen vermochte. Historisch: Zum ersten Mal seit mehr als 24 Jahren (3. Mai 1994, 4:3 gegen Lugano) gelang es Aarau, einen Rückstand in den letzten zehn Minuten noch in einen Sieg umzuwandeln. In der aktuellen Situation war der erste Vollerfolg in der Fremde unter Cheftrainer Patrick Rahmen umso wichtiger, da der Rückstand auf den direkten Gegner somit auf einen winzigen Zähler reduziert werden konnte.

FC Chiasso – FC Aarau 2:3 (1:1)

Comunale Riva IV. – 600 Zuschauer. – SR: Fähndrich. – Tore: 17. Josipovic 1:0. 34. Maierhofer 1:1 (Foulpenalty). 75. Batista 2:1. 87. Zverotic (Jäckle) 2:2. 92. Almeida (Jäckle) 2:3.

Chiasso: Mossi; Padula, Martignoni, Ajeti, Monighetti; Malinowski (87. Adamczyk), Kabacalman (68. Guidotti), Charlier, Bahloul (71. Belometti); Josipovic, Milinceanu (57. Batista).

Aarau: Nikolic; Peralta, Leo, Bürgy, Obexer; Perrier (80. Liechti), Jäckle, Zverotic, Misic (61. Tasar); Maierhofer (94. Hammerich), Schneuwly (68. Almeida).

Bemerkungen: Chiasso ohne Lurati, Musto, Rey (alle verletzt), Chitchanok und Chuck (beide nicht im Aufgebot). Aarau ohne Deana, Fillion, Frontino, Karanovic, Rossini, Schindelholz (alle verletzt), Mehidic, Pepsi und Ramadani (alle nicht im Aufgebot). – 83. Kopfball von Almeida an die Querlatte. – Verwarnungen: 8. Jäckle, 42. Kabacalman, 48. Obexer, 63. Perrier (alle Foulspiel), 73. Ajeti, 90. Monighetti (beide Reklamieren).

Kategorie