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Vor dem Rückrundenauftakt sprechen U-18-Cheftrainer Erkan Kalin und Sven Christ als Technischer Leiter über die aktuelle Entwicklung der Nachwuchsorganisation.

«Wir können mit unserer Hinrunde sehr zufrieden sein», sagt U-18-Cheftrainer Erkan Kalin vor dem Auftakt in die zweite Saisonhälfte. Dabei hatte die aktuelle Spielzeit mit einer 0:8-Niederlage gegen den FC Basel denkbar schlecht begonnen. Dies war ein Weckruf für die Talente, welche sich in der Folge mit Auswärtssiegen gegen Servette, Thun und YB in Szene setzten und auch im Schweizer Cup mit einem Erfolg gegen den in der Liga ungeschlagenen Tabellenführer GC aufwarten konnten. «Es war aussergewöhnlich, wie sich die Mannschaft gesteigert hat», sagt Kalin, dessen Schützlinge während zwei Monaten ohne Niederlage geblieben waren, um sich den angestrebten Klassenerhalt mit dem achten Rang vorzeitig zu sichern. «Ich bin auch stolz darauf, dass viele Spieler eine positive Entwicklung genommen haben», sagt Kalin. In den letzten Monaten durften mit Yvan Alounga, Joël Bonorand, Stevan Lujic, Noah Lüscher-Boakye, Matija Randjelovic und Simon Tschopp auch einige U-18-Talente erste Erfahrungen in Trainings und Testspielen mit der 1. Mannschaft sammeln; selbiges gilt auch für Marvin Hübel, den aktuellen U-16-Torhüter aus dem Team Aargau.

«Wir wollen den achten Rang verteidigen, um uns für die Playoffs um die Meisterschaft zu qualifizieren.»

Erkan Kalin, U-18-Cheftrainer

«Diese Aufgebote sind eine besondere Herausforderung, welche unsere Junioren weiterbringen und auch als Persönlichkeit reifen lassen», ist Kalin überzeugt. Davon kann das ganze Team profitieren. Zudem seien diese Einsätze auch eine zusätzliche Motivation für die jungen Spieler, jeden Tag alles zu geben und sich stetig verbessern zu wollen. Dies wird auch nötig sein, um das Ziel für den zweiten Teil der Saison zu erreichen. «Wir wollen den achten Rang verteidigen, um uns für die Playoffs um die Meisterschaft zu qualifizieren», so Kalin, dessen Schützlinge sich bei optimalen Bedingungen in der Südtürkei auf die Rückrunde vorbereiten konnten. Es sei eine sehr positive Vorbereitungsphase mit motivierten Spielern und erfolgreichen Testspielen frei von gravierenden Verletzungen gewesen.

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Yvan Alounga (U18) behauptet sich gegen zwei FCZ-Spieler

«Nun gilt es für die U-18-Talente, sich für die jeweiligen Stufen zu empfehlen», ergänzt Sven Christ, Technischer Leiter des Team Aargau. Ein nahtloser Übergang in den Erwachsenenfussball ist durch die Zusammenarbeit mit dem FC Baden (1. Liga) und dem FC Wohlen (Promotion League) gegeben, doch «den Talenten fehlt es noch am Vertrauen, dass der Weg über Aarau 2 (2. Liga regional) und Wohlen U23 (2. Liga interregional) auch zum grossen Traum führen kann», so Christ. Dabei gibt es ein gutes Anschauungsbeispiel im Aarauer Fanionteam: Varol Tasar war einst vom Zweitligisten FC Klingnau ins Team Aargau gewechselt, ehe er sich mit starken Leistungen in der ersten Mannschaft etablierte und am Saisonende zum heutigen Kontrahenten Servette FC wechselt. «Er hat gezeigt, dass es sich lohnt, immer an sich zu glauben und dass der Umweg über unterklassige Ligen ebenso in den Profi-Fussball führen kann», sagt Erkan Kalin, welcher sich in seinem Amt als Talentmanager auch um eine gesamtheitliche Förderung des Fussball-Nachwuchses im Team Aargau kümmert.

«Als kleinere Partnerschaft können wir mit unserer Ehrlichkeit und einem optimal geplanten Karriereweg punkten.»

Sven Christ, Technischer Leiter

In der laufenden Saison sind mit Nicholas Ammeter, Marco Corradi (beide Baden) und Jan Burkard (Wohlen) mehrere Talente an die Partnervereine ausgeliehen. «Der Austausch mit den Vereinen ist vorhanden, sodass wir stets über die Entwicklung der Talente informiert sind. Aber wir haben noch Luft nach oben», so Christ. Dabei werden die Herausforderungen nicht kleiner. «Aktuell suchen wir nach Spielmöglichkeiten für U-17-Talente, welche körperlich noch nicht bereit sind für den Sprung in die U-18», erklärt Christ. Aus diesem Grund hat sich das Team Aargau um einen Startplatz in der Coca-Cola Junior League B auf die Saison 2019/20 beworben. Dadurch sollen die U-17-Talente ein Jahr mehr Zeit erhalten, um sich entwickeln zu können. «Als kleinere Partnerschaft können wir mit unserer Ehrlichkeit und einem optimal geplanten Karriereweg punkten», sagt Christ, «doch aufgrund der beschränkten finanziellen Möglichkeiten und falschen Versprechungen der Konkurrenz verlieren wir immer wieder Talente an Super-League-Vereine.» Auch die Infrastruktur in Aarau vermag den Anforderungen nicht mehr zu genügen, sodass die Situation vom Schweizerischen Fussballverband nicht mehr lange akzeptiert wird. «Ein neues Stadion ist für den Spitzenfussball im Kanton Aargau zentral. Ansonsten werden unsere Talente früher oder später sowieso abwandern», weiss Christ.

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