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Der FC Aarau qualifiziert sich durch einen 4:3-Erfolg nach Penaltyschiessen vor heimischer Kulisse gegen den FC Wil fürs Achtelfinale im Schweizer Cup.

Die Aarauer verdienten sich ihr Weiterkommen durch einen aktiven, über weite Strecken dominanten Auftritt gegen den Ligarivalen, welcher mehrheitlich nach gegnerischen Fehlern gefährlich wurde. Allerdings gelang es der neu formierten Abwehrreihe um Léon Bergsma meist noch rechtzeitig, die Situation zu entschärfen. Auf der anderen Seite flogen erste Abschlüsse von Kevin Spadanuda (6.) und Elsad Zverotic (12.) am Ziel vorbei. In der Mitte der ersten Halbzeit war Torhüter Simon Enzler beim Schussversuch von Noah Jones erstmals gefordert (26.), ehe Donat Rrudhani mit seinem wuchtigen Distanzschuss an der Torumrandung scheiterte. Es war die grösste Aarauer Gelegenheit vor dem Seitenwechsel und ein (zu) geringer Lohn für den überlegenen, durch viel Ballbesitz und Passstafetten geprägten Auftritt in der ersten Halbzeit.

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Liridon Balaj im Zweikampf mit Silvano Schäppi

Aber auch Wil setzte einzelne Nadelstiche – so auch in der 37. Minute, als nur wenig zur Führung fehlte: Nach einer Drehung um Bergsma konnte Samuel Ballet auf das heimische Gehäuse losziehen, aber FCA-Keeper Enzler vermochte den drohenden Rückstand im Verbund mit Raoul Giger zu verhindern. Auf der Gegenseite fand ein öffnendes Zuspiel von Rrudhani zu Liridon Balaj, der durch Silvano Schäppi jedoch im letzten Moment an einem erfolgreichen Abschluss gehindert wurde. Und weil auch Valon Fazliu aus der Entfernung gleich zweimal verzog (38./45.) ging es für die beiden Challenge-League-Vertreter, welche am kommenden Samstag in der Meisterschaft sogleich wieder im Brügglifeld aufeinandertreffen, ohne Torerfolg in die Pause.

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Erstes Pflichtspiel von Léon Bergsma im FCA-Trikot

Nach dem Seitenwechsel liess die Aarauer Defensive praktisch nichts mehr zu. Einzige Ausnahme war ein Kopfstoss von Ilan Sauter nach einer Freistossflanke von Wil-Captain Fazliu, doch dieser Versuch wurde zur sicheren Beute von Torhüter Enzler (59.). Je länger das Spiel dauerte, desto hochkarätiger wurden auch die Chancen der Gastgeber. In der 61. Minute mangelte es beim zentralen Versuch Rrudhanis an der Präzision, wenig später sah Balaj abermals einen Schuss in den Corner gelenkt (64.). Eine Viertelstunde vor dem Ende der regulären Spielzeit war es eine Mischung aus Glück und Können, dass der Wiler Schlussmann Philipp Köhn einen Flachschuss Spadanudas in extremis parieren konnte. Letzterer wusste in der 77. Minute zwar den Schweizer U21-Nationalkeeper zu umspielen, doch Balaj stolperte vor dem leeren Tor im dümmsten Moment.

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Donat Rrudhani scheitert mit einer Volleyabnahme

Nachdem sich Goalie Köhn auch durch weitere Abschlüsse von Rrudhani (84.) und Balaj (90.) nicht bezwingen liess, durfte sich der FCA aber glücklich schätzen, dass Serkan Izmirlioglu in der vierten Minute der Nachspielzeit von linksaussen freistehend am Tor vorbeischoss. Zum dritten Mal in Folge ging ein Aarauer Startspiel im Schweizer Cup in die Verlängerung. Dort wurden die Chancen der Hausherren gegen physisch am Limit laufende Ostschweizer immer grösser: Aber Mats Hammerich setzte das Leder aus optimaler Position in die Wolken (95.) und Rrudhanis Freistoss (103.) flog – wie auch ein seitlicher Schussversuch von Balaj (104.) – hauchdünn am Ziel vorbei. Am Ende musste auch Enzler beim Fernschuss von Ballet (116.) nochmals eingreifen, ehe die endgültige Entscheidung vom Penaltypunkt fiel.

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FCA-Torhüter Simon Enzler parierte zwei Elfmeter

Die Aarauer hatten sich im Vorjahr beim SC Cham auch erst im Elfmeterschiessen durchsetzen können, während Wil in dieser Lotterie zuletzt Thun unterlag (2018). Und auch heute jubelte der FCA am Ende des Abends, gleichbedeutend mit der ersten siegreich gestalteten Elfmeterentscheidung im Brügglifeld seit dem 11. März 1989 (5:4 gegen Grenchen). Einen grossen Anteil hatte Debütant Enzler, der die Versuche von Fazliu und Kronig mirakulös entschärfte. Da spielte es auch keine Rolle, dass der glücklose Balaj ebenfalls an Wil-Torhüter Köhn scheiterte. Am Ende war es Petar Misic vorbehalten, mit seinem erfolgreich verwandelten Elfmeter für den Aarauer Einzug ins Achtelfinale (Spieltermin: 9./10. Februar 2021) zu sorgen. Die Paarungen werden am Sonntagabend (ca. 18.20 Uhr, SRF2) ausgelost.

FC Aarau - FC Wil 4:3 n.E. (0:0, 0:0)

Brügglifeld. – 848 Zuschauer. – SR: Bieri. – Tore: Fehlanzeige. – Elfmeterschiessen: Enzler hält gegen Fazliu. Thiesson 1:0. Sauter 1:1. Köhn pariert gegen Balaj. Enzler hält gegen Kronig. Rrudhani 2:1. Sarcevic 2:2. Jäckle 3:2. Haile-Selassie 3:3. Misic 4:3.

Aarau: Enzler; Giger, Thiesson, Bergsma, Verboom (46. Caserta); Jäckle; Balaj, Rrudhani, Zverotic (81. Hammerich), Spadanuda (112. Selishta); Gashi (65. Misic).

Wil: Köhn; Izmirlioglu, Kronig, Sauter; Talabidi (110. Mettler), Krasniqi (77. Mätzler), Sarcevic, Schäppi (70. Haile-Selassie); Fazliu; Jones (81. Mayer), Ballet.

Bemerkungen: Aarau ohne Schindelholz (krank), Hajdari, Peralta, Thaler (alle verletzt), Alounga, Lujic und von Arx (alle nicht im Aufgebot). Wil ohne Muntwiler (gesperrt), Brahimi, Ismaili, Ndau (alle verletzt), Camara und Klein (beide nicht im Aufgebot). – 28. Pfostenschuss Rrudhani. – Erstes Pflichtspiel von Léon Bergsma, Simon Enzler, Sead Selishta und Bryan Verboom im FCA-Trikot. – Verwarnungen: 12. Schäppi, 14. Bergsma, 16. Fazliu, 58. Caserta (alle Foulspiel).

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