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Vor dem Doppel-Heimspiel mit den FC Aarau Frauen (Sonntag, 14.15 Uhr bzw. 16.30 Uhr) haben sich Marco Thaler und Michelle Stierli zum Interview getroffen.

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Dabei haben sie einige Gemeinsamkeiten entdeckt: Beide sind im Freiamt aufgewachsen, haben die Sport-Kanti absolviert, spielen seit sieben Jahren im Aarauer Fanionteam und tun dies jeweils als Innenverteidiger.

Marco, was sind die Ziele deines Teams und jene von dir persönlich für diese Saison?

Michelle Stierli

Unser Saisonziel ist der Aufstieg in die Super League, das haben wir klar so formuliert vor Beginn der neuen Spielzeit. Für mich gilt es nach meiner langen Verletzungspause wieder Fuss zu fassen in der Mannschaft. Ich will mich einbringen und dem Team eine Stütze sein. Da setze ich mich auch ein wenig selber unter Druck. Zwar habe ich lange auf diese Rückkehr hingearbeitet, aber die Emotionalität, wenn du nach 19 Monaten erstmals wieder im Brügglifeld vor Publikum aufläufst, kannst du nicht vorgängig simulieren. Auch hast du im Training in den Zweikämpfen nicht dieselbe Intensität, wie wenn du mit Yverdons Koro Koné 20 Mal ins Kopfballduell gehst.

Marco Thaler
«Das Startspiel zeigte uns allen klar auf, dass wir noch mehr investieren müssen, um in dieser Liga bestehen zu ­können.»

Michelle Stierli

Was mich als Erstes zu eurem Team interessieren würde: Wie erklärst du dir euren super Endspurt, der euch letzte Saison zum Aufstieg geführt hat? Und wie stellt man sich darauf ein, dass das Siegen eine Liga weiter oben um einiges schwieriger wird?

Marco Thaler

Wir haben in der Corona-bedingten sechsmonatigen Spielpause gut gearbeitet und wussten, dass wir alles geben müssen, damit es für den Aufstieg doch noch reicht. Unser Trainer Guerino Luongo hat uns eine Winnermentalität vermittelt. So folgte ein Sieg dem anderen, wir hatten einen super Lauf, in dem auch das Glück nicht gefehlt hat. Durch die Pause nach der Saison und die Wechsel im Team war es schwierig, den Aufstiegsschwung mitzunehmen. Das Startspiel (0:5-Niederlage in St. Gallen, Red.) zeigte uns allen klar auf, dass wir noch mehr investieren müssen, um in dieser Liga bestehen zu ­können.

Michelle Stierli

Ich hatte Guerino damals als U15-Trainer, er ist ein super Typ. Nun habt ihr mit ­Selver Hodzic einen neuen Coach, der mit dem FC Thun einst sogar in der Champions League gespielt hat. Wie war diese Umstellung für euch und wie ist euer Verhältnis zum neuen Chef?

Marco Thaler

Als wir gehört haben, wer als neuer Trainer kommt, haben wir schon gestaunt, dass jemand mit einem solchen Palmares ausgerechnet zu uns kommt. Zuerst wars ein zaghaftes gegenseitiges Aneinandertasten. Aber wir haben schnell gemerkt, dass man sehr gut mit ihm reden kann, und haben den Draht rasch zu ihm gefunden. Er ist sicher ruhiger als sein Vorgänger. «Guri» hat uns stets gepusht. In der jetzigen Phase tut uns Selvers bedachte Art aber sicher gut. Da es sein erstes Frauenteam ist, das er trainiert, musste er auch erst herausspüren, wie wir funktionieren. Aber wir können viel von seiner Erfahrung, die er als Aktiver gesammelt hat, profitieren.

Michelle Stierli
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Du bist ja auch schon sehr lange beim FC Aarau. Wie siehst du deine Rolle im Team?

Michelle Stierli

Ja, das stimmt, nur Oli Jäckle ist noch länger dabei. Mit 27 Jahren bin ich auch bereits einer der Älteren in der Mannschaft. Während meiner Verletzungspause habe ich mich etwas aus dem Team herausgenommen. Das hat mir gut getan, um ein wenig Abstand zu gewinnen. Jene, die schon länger hier sind, haben den Kontakt schon hin und wieder gesucht, und ich habe sie gerne unterstützt, gerade in schwierigen Phasen. Ich denke, dass ich generell im Verein sehr geschätzt werde. Nun habe ich wieder eine andere Rolle im Team und bringe ich mich auch vermehrt ein.

Marco Thaler
«Die Zuschauer sind da, um uns zu unterstützen. Sie helfen, gegen Ende eines Spiels nochmals Kräfte freizusetzen.»

Marco Thaler

Ihr habt mit Servette, GC, Basel und dem FCZ zurzeit ein sehr happiges Programm. Was ist eure Zielsetzung für diese Spiele?

Marco Thaler

Wir wollen diesen grossen Teams möglichst ein Bein stellen. Jeder Punkt wäre ein Gewinn für uns im Kampf um den Ligaerhalt. Wichtig ist aber insbesondere, dass wir gegen die Teams, die auf dem Papier in unserer Reichweite sind, die Punkte holen.

Michelle Stierli

Am Sonntag kommt es jetzt zu dieser Premiere, bei der Männer und Frauen des FC Aarau erstmals nacheinander im gleichen Stadion auflaufen werden. Was ist euch wichtig an diesem Tag?

Marco Thaler

In erster Linie ist es einfach sehr cool, im Brügglifeld spielen zu dürfen. Dass wir dies nicht in einem fast leeren Stadion tun werden, sondern in Kombination mit eurem Match, macht das Ganze noch viel spezieller. Es wäre schön, wenn wir einige Leute, die vielleicht mit Vorurteilen behaftet sind, von unserem Fussball überzeugen könnten. Wir haben auch einige Frauenteams aus dem Aargau eingeladen und freuen uns auf eine tolle Kulisse. Es ist schön und wichtig, dieses Miteinander zu erleben.

Michelle Stierli
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Bei uns wird sicher die eine oder andere mit zusätzlicher Nervosität zu kämpfen haben, da wir uns nicht gewohnt sind, vor so viel Publikum zu spielen. Hast du uns Tipps, wie man am besten damit umgeht?

Michelle Stierli

Zu Spielbeginn ist es wichtig, sich auf die einfachen Sachen zu konzentrieren und nicht gerade Wunderdinge aufführen zu wollen. Dass jede mal den Ball am Fuss hat, um ins Spiel zu kommen. Da wird euch der Trainer mit seiner grossen Erfahrung sicher auch helfen können. Mir hilft jeweils, nur an das Gute zu denken. Die Zuschauer sind da, um uns zu unterstützen. Sie helfen, gegen Ende eines Spiels nochmals Kräfte freizusetzen. Dieser Adrenalinschub kann am Schluss entscheidend sein.

Marco Thaler

Michelle Stierli stiess 2013 vom FC Muri zum FC Aarau und spielt dort seit sieben Jahren im Fanionteam. Die ehemalige Juniorinnen-Nationalspielerin ist 24-jährig und studiert Medizin. Mit dem FCA stieg sie zweimal in die höchste Liga auf: 2017 und in diesem Sommer. Bei den Aarauer «Red Boots» ist sie Teamcaptain.

Marco Thaler (27) begann beim FC Wohlen mit Fussballspielen und setzte seine Ausbildung beim Team Aargau fort. Via Baden gelangte er 2014 zum FC Aarau, für den er bislang 133 Pflichtspiele bestritt. Vier lange Verletzungspausen warfen ihn immer wieder zurück. Umso beachtlicher ist sein Comeback in dieser Saison.

Matchzeitung Nr. 5 (2021/22) lesen

Dieser Artikel ist am 3. Oktober 2021 in der Ausgabe Nr. 5 (Saison 2021/22) der Matchzeitung HEIMSPIEL gegen den SC Kriens erschienen.

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