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An der Generalversammlung vom nächsten Montag wird Karl Oldani nach rund neun Jahren aus dem Verwaltungsrat der FC Aarau AG ausscheiden.

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Welche Verbindungen hattest du bereits vor der VR-Zeit zum FC Aarau?

Patrick Haller

Der Fussballsport war und ist mein grösstes Hobby - schon seit frühester Jugend. Von Haus aus gingen wir als Kinder und Jugendliche in den Hardturm zu GC, in den 70er-Jahren die beste Fussballadresse in der Schweiz. Später war ich mit Freunden und meinem Bruder immer wieder im Brügglifeld anzutreffen und blieb über all die Jahre ein regelmässiger Matchbesucher in der Kantonshauptstadt. Als Leiter der Region Aarau bei der Neuen Aargauer Bank - damals schon Co-Hauptsponsor - war ich ab 1996 für die offiziellen Kontakte zum FC Aarau zuständig. Aufgrund meiner Leidenschaft für den Fussball habe ich diese schöne Zusatzaufgabe bei meinem Arbeitgeber gerne übernommen. Zudem durfte ich als NAB-Vertreter seit 1996 auch beim «Club 100» dabei sein.

Karl Oldani

Wie bist du in den FCA-Verwaltungsrat gekommen?

Patrick Haller

Vor rund zehn Jahren, als ich schon pensioniert war, hat mich Fredy Schmid für die Mitarbeit im Verwaltungsrat angefragt. Aufgrund meiner 30-jährigen Tätigkeit bei der NAB, davon fast die Hälfte in Aarau, kenne ich viele Leute. Die VR-Mitglieder setzten die Erwartung in mich, neue Sponsoren und Gönner für den FC Aarau zu gewinnen. Ich habe sehr gerne zugesagt, weil mir der Fussball wichtig ist und ich die VR-Mitglieder persönlich kannte und mich gut mit ihnen verstand. Im Jahr 2012 wurde ich dann - nachdem ich schon im Hintergrund mitgearbeitet hatte - offiziell ins Amt gewählt und war zuerst im Sponsoring-Ressort von Roger Geissberger tätig.

Karl Oldani
«Unsere guten Beziehungen zu den Partnern haben sich insbesondere im letzten und im laufenden Jahr gezeigt, sind sie uns doch auch in der Corona-Zeit treu geblieben.»

Karl Oldani

Wo konntest du dich mit deinen persönlichen Stärken im VR einbringen?

Patrick Haller

Im Jahr 2012 war die Beschaffung von neuen Mitteln in Form einer Kapitalerhöhung eine zentrale Aufgabe des Verwaltungsrates. Hier engagierte ich mich aktiv mit vielen guten Gesprächen. Es war fantastisch, wie viele bisherige Aktionäre sich wiederum engagierten, aber auch eine Freude, diesen und jenen Neu-Aktionär zu gewinnen. Was ich damals beispielhaft erlebte: Der FC Aarau ist eine beliebte, glaubwürdige Marke im Kanton Aargau. Nicht nur bei der Kapitalbeschaffung, sondern z.B. auch bei der Akquisition von neuen Club-100-Mitgliedern habe ich gerne bestehende Kontakte genutzt oder neue geschaffen. Als Roger Geissberger schliesslich 2015 ins VR-Ressort «Sport» wechselte, betraute mich der VR mit der Ressortleitung «Sponsoring/Marketing». So durfte ich rasch viele wichtige Sponsoren und ihre Exponenten kennenlernen. Ich habe ein bestehendes Netzwerk weiter betreuen und entwickeln dürfen, mit Unterstützung durch Roger Keusch, der im Tagesgeschäft aktiv war und ist. Unsere guten Beziehungen zu den Partnern haben sich insbesondere im letzten und im laufenden Jahr gezeigt, sind sie uns doch auch in der Corona-Zeit treu geblieben.

Karl Oldani
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Karl Oldani mit Fredy Schmid

Was waren die prägenden Momente in deiner VR-Zeit?

Patrick Haller

Prägend - und mitunter auch leicht belastend - war die Suche nach einem neuen Hauptsponsor. Es ist normal, dass sich grosse Sponsoren von Zeit zu Zeit neu orientieren und Partnerschaften beendet werden. Aber die grösste Position unter den Sponsoren ist eminent wichtig für einen Verein. Als Erfolgserlebnis bleibt, wie wir eine Saison ohne Hauptsponsor «überbrücken» konnten, indem wir vier kleinere Pakete schnürten. Dies bedeutete einiges an Zusatzarbeit, aber wir konnten den finanziellen Ausfall durch diesen Effort reduzieren. In sportlicher Hinsicht war der Aufstieg (2013) herausragend. Damals habe ich die Feier auf dem Aargauerplatz mitorganisieren dürfen. Gänsehaut pur! Vor zwei Jahren wurden Urs Bachmann und ich wiederum angefragt, ob wir eine eventuell stattfindende Feier im Anschluss an die Barrage-Spiele gestalten würden. Nach dem Hinspiel waren wir guten Mutes und wurden in unseren Planungen konkret. Die Konsternation, als es am Sonntag vor heimischer Kulisse nach einem elend langen Spiel in der Hitze nicht klappte, war riesig. Diese Erfahrung war wirklich prägend. Hervorzuheben über all die Jahre ist auch die konstruktive, immer dem Wohl des FC Aarau dienende Zusammenarbeit im Verwaltungsrat um Fredy Schmid. Auch die gut vorbereitete und perfekt abgelaufene Stabsübergabe des Präsidiums zu Philipp Bonorand bereitete viel Freude.

Karl Oldani
«Ich habe mich gefreut, dass wir mit Nico Barazetti einen jungen, aufstrebenden Mann in hervorragender beruflicher Position mit dem «FCA-Gen» für meine Nachfolge gewinnen konnten.»

Karl Oldani

Wieso hast du dich dennoch entschieden, aus dem Verwaltungsrat auszuscheiden?

Patrick Haller

Das ist in erster Linie eine Frage des Alters. Um die siebzig wird es Zeit, den Platz zu räumen, dann sind die Jungen dran. Ich habe mich im Jahr 2019 ein letztes Mal zur Wahl gestellt - mit der klaren Ansage, dass es die letzte Amtsperiode sein würde. Philipp Bonorand ging frühzeitig auf die Suche nach einem Nachfolger, alle Schritte waren untereinander abgesprochen. Ich habe mich gefreut, dass wir mit Nico Barazetti schliesslich einen jungen, aufstrebenden Mann in hervorragender beruflicher Position mit dem «FCA-Gen» gewinnen konnten. Nach seiner Zuwahl vor einem Jahr hat er bereits per 1. Januar 2021 die Ressortleitung übernommen. So habe ich mich bereits während des letzten halben Jahres weitgehend zurückgezogen und war nur noch dabei, wenn ich angefragt wurde. Und am letzten Donnerstag nahm ich schliesslich mit einem eher «mulmigen» Gefühl, aber guter Dinge, zum letzten Mal an einer VR-Sitzung der FC Aarau AG teil.

Karl Oldani

Wie siehst du die Zukunft des FC Aarau? Was wünschst du dem Club?

Patrick Haller

Ich werde dem FC Aarau als Fan erhalten bleiben und mir auch die Mitgliedschaft im «Club 100» als Privatmitglied weiterhin leisten - so bleibe ich am Ball. Natürlich wünsche ich allen, die sich für den FC Aarau engagieren, weiterhin alles Gute. Auch wenn die Corona-Zeit ihre Spuren hinterlassen hat, darf der Verein optimistisch in die Zukunft blicken. Die Mannschaft ist gut zusammengesetzt und wird in der nächsten Saison in der Spitzengruppe der Challenge League mitspielen können - und hoffentlich bis zum Schluss um den Aufstieg dabei sein. Darüber hinaus ist mein grösster Wunsch, dass das neue Stadion endlich realisiert werden kann.

Karl Oldani
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