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Der 19-jährige Aussenverteidiger Miguel Peralta aus der Nachwuchs-Organisation Team Aargau befindet sich nach längerer Verletzungspause auf seinem harten Weg zurück in den Leistungssport.

Im Juni 2014 schien Miguel Peralta ein grosses Ziel in seiner jungen Karriere erreicht zu haben. Nach starken Leistungen beim FC Baden (1. Liga) unterzeichnete er einen Vertrag beim FC Aarau und sollte ins Fanionteam integriert werden. Aber es kam anders: Im zweitletzten Spiel im Badener Trikot, der Aufstiegsfinalissima in Neuenburg, verletzte sich Peralta schwer und versucht sich seither zurück auf den Platz zu kämpfen.

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Miguel Peralta, welche Erinnerungen hast du an den 11. Juni 2014?

FC Aarau

Auf der Neuenburger Maladière waren rund zehn Minuten gespielt. Es gab einen Zweikampf, ich ging zu Boden. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich in meiner Karriere nie ernsthaft verletzt gewesen, und auch meine Knie waren vollkommen gesund. Ich wollte aufstehen, hatte jedoch keine Chance, auf das rechte Bein zu stehen. Da wusste ich sofort, dass etwas nicht stimmt. Innert weniger Minuten schwoll das Knie an, und ich hatte starke Schmerzen. Ich versuchte zwar, positive Gedanken zu fassen, aber eigentlich war mir klar, dass ich mich schwer verletzt hatte. Diagnose: Kreuzbandriss und Meniskusschaden. Für mich brach eine Welt zusammen.

Miguel Peralta, Mittelfeldspieler beim FC Aarau

Vor dieser Verletzung bist du kurz vor dem Wechsel zum FCA gestanden, daher kam deine gravierende Verletzung zu einem denkbar ungünstigen Moment. Wie hast du diesen Schicksalsschlag verkraftet?

FC Aarau

Im ersten Moment konnte ich nicht wirklich abschätzen, wie lange ich ausfallen würde. Als ich realisierte, dass ich mindestens ein halbes Jahr nicht mehr auf dem Platz stehen würde, war dies sehr hart. Es tat mir vor allem weh, weil ich kurz zuvor den Vertrag beim FC Aarau unterschreiben durfte, das Vertrauen vom Verein spürte, aber aufgrund der Verletzung nichts zurückgeben konnte.

Miguel Peralta, Mittelfeldspieler beim FC Aarau

Wie sah dein Alltag in den Wochen und Monaten nach der erlittenen Verletzung aus?

FC Aarau

Glücklicherweise konnte ich von Anfang an vorwärts blicken und mit grosser Unterstützung meiner Familie und Freunde sowie dem Verein wieder positive Gedanken fassen. Beruflich hatte ich kurz vor der Verletzung die Lehrabschlussprüfungen absolviert und stand vor dem Übertritt ins vierte und letzte Lehrjahr meiner Sportlerlehre als Kaufmann. Ich wurde dann in der Rennbahnklinik operiert und hatte in den kommenden Monaten praktisch täglich Therapie und begann die lange Rehabilitationsphase mit FCA-Rehatrainer Reto Jäggi.

Miguel Peralta, Mittelfeldspieler beim FC Aarau

Im Januar dieses Jahres durftest du ins FCA-Trainingslager in die Türkei reisen, hast dich aber bereits nach wenigen Tagen erneut verletzt. Was war passiert?

FC Aarau

Mein Knie war vollständig genesen, und ich freute mich sehr, endlich wieder richtig ins Training einzusteigen. Aber in der Türkei erlitt ich am zweiten Tag erneut eine Verletzung am rechten Knie. Anfänglich war unklar, ob es sich wieder um einen Kreuzbandriss handelte, weswegen ich für weitere Untersuchungen in die Schweiz zurückflog. Rückblickend betrachtet glaube ich, dass ich zu diesem Zeitpunkt noch sehr unsicher und die erneute Verletzung wohl „Kopfsache“ war. Schliesslich wurde ein Einriss des Meniskus’ diagnostiziert. Bei dieser Art Verletzung gibt es zwei Operationsmöglichkeiten, entweder den Meniskus zu entfernen oder den Einriss zu nähen. In meinem Fall wurde der Meniskus genäht, was aber eine erneute Pause von vier Monaten nach sich zog.

Miguel Peralta, Mittelfeldspieler beim FC Aarau

Hast du dir in den vergangenen 15 Monaten je überlegt, mit Fussballspielen aufzuhören?

FC Aarau

Aufhören? - Nein, niemals. Keine Sekunde habe ich mir solche Gedanken gemacht. Ich spiele seit meinem sechsten Lebensjahr Fussball, und ich könnte mir nicht vorstellen, etwas anderes zu machen. Mein Leben wurde schon immer vom Fussball bestimmt, auch in den vergangenen Monaten, in welchen ich selber nicht spielen konnte. Aber klar, in dieser Zeit durfte ich nur allzu selten mit dem Ball und den Fussballschuhen trainieren, das hat mir enorm gefehlt. Die meiste Zeit verbrachte ich im Kraftraum, beim Joggen oder Velofahren. Dies war monoton, aber ich hatte stets das Ziel vor Augen, endlich wieder an den Ball zu kommen. Mit dieser Motivation verlief die Zeit den Umständen entsprechend positiv.

Miguel Peralta, Mittelfeldspieler beim FC Aarau

Nun gilt es nach vorne zu schauen. Wie geht er dir aktuell, und wie siehst du die nähere Zukunft?

FC Aarau

Ich bin inzwischen schmerzfrei, und mir geht es sehr gut. Ich spiele und trainiere seit einigen Wochen mit dem Team Aargau U21, um vermehrt Spielpraxis zu erhalten. Ich denke, nach mehr als einem Jahr Pause wäre es nicht ideal, direkt bei der 1. Mannschaft ins Training einzusteigen. Vor wenigen Wochen durfte ich jedoch einen Teileinsatz mit dem FC Aarau beim Testspiel gegen Gränichen bestreiten und sogleich ein Tor bejubeln. Es war mein erster Treffer nach einer langen Durststrecke. Aktuell fühle ich mich beim Team Aargau U21 sehr wohl. Wir sind eine gute Truppe. Ich bin dankbar um die Einsatzzeit und vor allem, dass ich endlich wieder Fussball spielen darf. Nun schaue ich Schritt für Schritt weiter, schliesslich muss ich nun wieder vollkommen fit werden und möglichst viel Spielpraxis für die nächsten Ziele sammeln. Wenn alles ideal läuft, werde ich voraussichtlich im Winter wieder mit dem FC Aarau ins Trainingslager reisen, und danach geht es hoffentlich immer weiter aufwärts.

Miguel Peralta, Mittelfeldspieler beim FC Aarau
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Matchzeitung Nr. 6 (2015/16) lesen

Dieser Artikel ist am 4. Oktober 2015 in der Ausgabe Nr. 6 (Saison 2015/16) der Matchzeitung HEIMSPIEL gegen den FC Wil erschienen.

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