Bild zu diesem Beitrag
Veröffentlicht am
von
Autor

Der FC Aarau hat im Hinblick auf die neue Saison bislang sechs Spieler verpflichtet - und auch im Trainerstab gab es wichtige Veränderungen.

Insgesamt 13 Spieler haben den Club nach dem Abstieg verlassen. Dabei war aus sportlicher Sicht nur der Weggang von Stammtorhüter Joël Mall (zu den Grasshoppers) als schmerzhaft zu bezeichnen. An seiner Stelle wurde Steven Deana für ein Jahr vom FC Sion ausgeliehen. Der 25-jährige Zürcher war im Nachwuchs von Winterthur und GC ausgebildet worden, bevor er beim FC Vaduz einige Partien in der Brack.ch Challenge League absolvierte. Vor fünf Jahren wechselte Deana nach Sion, wo er in der letzten Spielzeit als Vertreter des verletzten Keepers Andris Vanins zu elf Einsätzen in der Raiffeisen Super League kam. Im Wallis besitzt Steven Deana noch einen Vertrag bis 2019.

Ebenfalls für ein Jahr ausgeliehen wurde Carlinhos. Der 21-jährige Mittelfeldspieler hat trotz seines jugendlichen Alters schon viel erlebt, festgehalten im Dokumentarfilm „Mata Mata“. Der Brasilianer war einst in der Talentschmiede von Desportivo Brasil geformt worden, ehe er im Sommer 2012 nach dem Erreichen seiner Volljährigkeit zum deutschen Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen transferiert wurde, wo er zu drei Einsätzen in der Europa League kam. Nach einem kurzen Engagement beim damaligen Zweitligisten SSV Jahn Regensburg kehrte er – als der Abstieg bereits vor dem allerletzten Spieltag besiegelt war – nach Brasilien zurück und spielte zuletzt für Red Bull Brasil.

Von Brüdern und Halbbrüdern

Viel zu erzählen hat auch Fabian Stoller, ebenfalls ein Mittelfeldspieler. Der 27-Jährige war in jungen Jahren beim FC Thun und beim FC Locarno aktiv, wo er bereits einmal vom heutigen FCA-Chefcoach Livio Bordoli trainiert wurde. Vor rund viereinhalb Jahren wechselte Stoller ins Ausland. Dort lief er jeweils in den obersten Ligen für Hapoel Petah Tikva, Hapoel Haifa (beide Israel), Platanias Chania (Griechenland) sowie Ethnikos Achnas (Zypern) auf. Nun entschied er sich für eine Rückkehr in seine Heimat und unterzeichnete einen Einjahresvertrag in Aarau.

In der Offensive sollen Henry Acosta und Ridge Mobulu für Torgefahr sorgen. Ersterer wurde für eine Saison vom Erstligisten FC Wettswil-Bonstetten verpflichtet, wo ihm zuletzt 15 Tore und ebenso viele Assists in einer Spielzeit gelangen. Acosta ist der Halbbruder von Johan Vonlanthen. Ridge Mobulu ist wiederum der jüngere Bruder des früheren FCA-Spielers Mobulu M’Futi und wechselt für zwei Jahre vom FC Luzern aufs Brügglifeld. Der 24-jährige Flügelspieler absolvierte in der letzten Saison zwölf Ernst- kämpfe (zwei Tore) in der Super League. Zuvor war der gebürtige Kongolese – abgesehen von einem Gastspiel beim kanadischen Club Vancouver Whitecaps – ausschliesslich in der Westschweiz (Lausanne, Bulle, Nyon, Yverdon und Le Mont-sur-Lausanne) engagiert gewesen.

Vier Leihspieler zurück in Aarau

Als sechster und bislang letzter Neuzugang wurde Michael Perrier für zwei Jahre verpflichtet. Der 26-jährige Mittelfeldspieler stand zuletzt beim FC Sion unter Vertrag, wo er in den letzten beiden Spielzeiten insgesamt 42 Partien in der Super League bestritt. Zuvor hatte Perrier bei seinen Engagements in Bellinzona, Chiasso und Lugano viel Erfahrung in der Challenge League (164 Spiele) sammeln können.

Ergänzend zu den sechs Neuverpflichtungen sind auch vier Leihspieler von anderen Clubs nach Aarau zurückgekehrt. Es handelt sich dabei um Bruno Martignoni (zuletzt: Servette Genf), Daniele Romano (Lausanne), Marvin Spielmann (Baden) und Christopher Teichmann (Old Boys Basel). Zudem gehören die beiden FCA-Nachwuchstalente Jason Browne und Cedric Franek ab sofort zum erweiterten Kader, nachdem sie schon die Vorbereitung zum grössten Teil mit der 1. Mannschaft absolviert hatten.

Entscheidende Veränderungen gab es auch am Spielfeldrand, wo Livio Bordoli als neuer Cheftrainer verpflichtet wurde. Der 51-jährige Tessiner stieg in der vergangenen Saison mit dem FC Lugano in die Super League auf und hat sich zum persönlichen Ziel gesetzt, als erster Schweizer Trainer zweimal nacheinander mit zwei verschiedenen Mannschaften in die höchste Liga aufzusteigen. Dabei helfen soll ihm auch Ercüment Sahin. In seiner aktiven Karriere machte er sich einen Namen als treffsicherer Stürmer bei Zürich, Chiasso und Bursaspor; später war er im Trainerstab bei Vereinen in der Türkei tätig. In Aarau wird er Nachfolger von Thomas Binggeli, dessen Vertrag nicht mehr verlängert wurde.

Matchzeitung Nr. 1 (2015/16) lesen

Dieser Artikel ist am 20. Juli 2015 in der Ausgabe Nr. 1 (Saison 2015/16) der Matchzeitung HEIMSPIEL gegen den FC Wohlen erschienen.

«HEIMSPIEL Nr. 1» auf Issuu ansehen

Kategorie