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Die 13. Generalversammlung der FC Aarau AG stand im Zeichen von Veränderungen. Geblieben ist die seriöse Arbeit, denn die Verantwortlichen durften zum dritten Mal nacheinander schwarze Zahlen präsentieren.

Im Gasthof zum Schützen in Aarau schaute Alfred Schmid als Verwaltungsratspräsident der FC Aarau AG in Anwesenheit von 147 Aktionären (12’307 Aktienstimmen) in gewohnt sachlicher Weise auf das ereignisreiche Rechnungsjahr 2015 zurück. Zwar seien das Spiel des Jahres gegen den FC Luzern im Viertelfinale des Schweizer Cups sowie das Erreichen des dritten Platzes in der Fairplay-Trophy (der Saison 2014/15) positiv zu werten, im Vergleich zum Abstieg und den Turbulenzen im sportlichen Bereich waren dies jedoch nur „Trostpflaster“.

Umso mehr fand der Aufschwung unter Cheftrainer Marco Schällibaum in der zu Ende gegangenen Rückrunde lobende Erwähnung beim Ausblick – auch wenn er sich erst nach der Berichtsperiode ereignete. „Die letzten Auftritte im alten Jahr machten uns Hoffnungen für die Rückrunde, die sich dann auch erfolgreich gestaltet hat“, so Schmid.

Finanzen im Griff

Erfreulich entwickelt sich die finanzielle Lage der FC Aarau AG. Im dritten Jahr in Folge wurde die Jahresrechnung mit einem Gewinn abgeschlossen. Dieser beläuft sich im Jahr 2015 auf 14’327 Franken. Zusammen mit dem Vortrag aus der letzten Rechnung und der Auflösung der Reserven ergab sich so ein Bilanzgewinn von 42’594 Franken. Nach einem Abzug von 1’000 Franken (für die gesetzlichen Reserven) konnten somit 41’594 Franken auf die neue Rechnung vorgetragen werden. Von der Versammlung wurde die seriöse Arbeit mit viel Applaus honoriert.

Um dies zu erreichen, sei der FC Aarau auf die Unterstützung der Sponsoren angewiesen, sagte Verwaltungsrat Ruedi Vogt, der die Zahlen im Detail präsentierte. „Auf diese Unterstützung können wir erfreulicherweise jederzeit zählen“. Ein besonderer Dank richtete zuvor Alfred Schmid an die Zehnder Group AG Gränichen, für ihr langjähriges – inzwischen aber beendetes – Engagement als Hauptsponsor. Ein Nachfolger wurde bislang trotz intensiven Bemühungen noch nicht gefunden.

Wechsel im Verwaltungsrat

Die Versammlung stand auch im Zeichen einer personellen Veränderung. René Herzog trat nach 13 Jahren als verdienter Verwaltungsrat der FC Aarau AG zurück. Er darf auf eine knapp 30-jährige Tätigkeit in verschiedenen Funktionen für den FC Aarau zurückblicken – so war Herzog unter anderem Gründer der Gönnervereinigung „Club 100“, langjähriger Geschäftsleiter des FC Aarau und auch Mitbegründer der Aktiengesellschaft im Jahr 2003. Zuletzt setzte er sich mit  viel Engagement für den Bau eines neuen Stadions im Torfeld Süd ein. Laudator Ruedi Vogt sprach in seiner Ansprache von der unschätzbaren Hilfe von René Herzog und dass sein Herz auch in Zukunft für den FCA schlagen werde. Vogt schloss mit einem alten Zitat aus der Aargauer Zeitung, die Herzogs Arbeit einst treffend beschrieb: „Ein Herzog, der königliches leistet.“

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Peter Zubler wurde in den Verwaltungsrat gewählt

Um den Vorstand wieder zu komplettieren, wurde Peter Zubler (CEO Zubler AG, Aarau) vorderhand für ein Jahr einstimmig in den Verwaltungsrat gewählt. Die Gesamterneuerungswahlen stehen erst an der nächsten Generalversammlung an. Zubler legte nach der Wahl dar, er habe sich die Sache genau überlegt und schliesslich mit Freude zugesagt: „Als Hobbysportler und Zuschauer im Brügglifeld ist es mir eine Freude dem Sport auf diese Art etwas zurückzugeben“, so der Bauingenieur.

Zwei bis drei Neuzuzüge geplant

Im sportlichen Bereich konnte Roger Geissberger als Mitglied des Sportausschusses nach den bereits getätigten Transfers von Geoffrey Tréand und Lorenzo Bucchi noch keine weiteren Verpflichtungen bekannt geben. Erstmals wird Denis Markaj im FCA-Trikot erwartet, nachdem er in der letzten Spielzeit an den FC Lugano bzw. den FC Le Mont-sur-Lausanne ausgeliehen war. Aus der eigenen Nachwuchsabteilung stösst der aktuelle U17-Nationaltorhüter Lars Hunn zum Team. Zudem erklärte Geissberger, dass für die erste Mannschaft erneut ein Budget von 3,5 Millionen Franken zur Verfügung stehe. „Unser Ziel ist es, um den Aufstieg mitzuspielen. Das wird ein harter Kampf.“

Bis zum Saisonbeginn in rund sechs Wochen sollen noch zwei bis drei weitere Zuzüge getätigt werden, so Geissberger weiter. Die Transferaktivitäten sind auch abhängig von den bisherigen FCA-Akteuren Carlinhos, Zoran Josipovic und Mart Lieder, deren Zukunft noch offen ist. Bereits verabschiedet wurden Steven Deana, Kim Jaggy, Ilija Kovacic, Ridge Mobulu, Igor Nganga, Luca Radice und Francesco Russo.

Das Stadion kommt

Grosse Freunde herrschte über den Bundesgerichtsentscheid in Sachen Stadion Torfeld Süd. Ihm sei das Herz in die Hose gerutscht, sagte Stadtrat Lukas Pfisterer zum Abschluss der Versammlung. Vor zwei Jahren hatte er die Baubewilligung an der GV überbracht – mit der Ungewissheit, ob sie angefechtet werden würde. Tatsächlich zog eine Einzelperson bis vor das Bundesgericht, wo deren Einwendungen aber wie schon von den Vorinstanzen in allen Belangen abgewiesen wurden.

Nun liegt erstmals eine rechtsverbindliche Baubewilligung vor, die zwei Jahre lang gültig bleibt. Lukas Pfisterer bestätigte, dass sich nun alle Fakten und Auflagen auf dem Tisch befänden, um eine Auslegeordnung vorzunehmen zu können. Eine offene Frage ist zum Beispiel die Finanzierung: „Es ist aber längst nicht sicher, ob auch die Stadt Aarau noch einmal ihr Portemonnaie öffnen muss“, so Pfisterer, der sich bezüglich Zeithorizont nicht festlegen wollte. Ausgehend von einer Bauzeit von rund zwei Jahren, scheint ein Einzug ins neue Stadion auf die Saison 2019/20 denkbar.

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