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Der FC Aarau startet am Dienstag (Anpfiff: 18.15 Uhr) mit dem Heimspiel gegen den FC Chiasso in die zwei finalen Wochen dieser Challenge-League-Saison.

Am übernächsten Wochenende wird eine denkwürdige Spielzeit im Schweizer Fussball zu Ende gehen. Aus Aarauer Sicht dürfte die allgemeine Inkonstanz in schmerzhafter Erinnerung bleiben, verbunden mit einer anfälligen Defensive. Insgesamt musste der FC Aarau in dieser Meisterschaft schon 71 Gegentreffer hinnehmen, was dem Höchstwert in der zweitobersten Spielklasse entspricht. In der Clubhistorie finden sich nur drei Kampagnen mit einer höheren Anzahl an Gegentoren – stets endete es mit dem Abstieg in eine tiefere Liga.

Saison mit einem positiven Gefühl beenden

Eine Relegation ist in diesem Jahr bekanntlich ausgeschlossen, doch die Aarauer haben nach der jüngsten Niederlage gegen den Aufsteiger FC Stade Lausanne Ouchy (1:3) vor dem eigenen Publikum noch etwas gutzumachen. Weil es auch im dritten Spiel unter Cheftrainer Stephan Keller nicht zu einem Sieg reichte, sind die Aarauer in der Challenge-League-Tabelle auf Rang 8 abgerutscht. An den vier verbleibenden Spieltagen kann die missratene Spielzeit zumindest noch mit einem positiven Gefühl beendet werden. Aufgrund des ausstehenden Direktduells gegen den FC Wil (am Freitag) scheint eine Verbesserung auf den sechsten Platz möglich.

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Kein Durchkommen für Liridon Balaj gegen Ouchy

Zugleich kämpft der FC Aarau auch noch um eine Spitzenplatzierung in der «Fairplay-Trophy» der zweithöchsten Spielklasse, dotiert mit total 100’000 Franken. Momentan ist Aarau mit 70 Strafpunkten auf dem dritten Rang klassiert – nur Lausanne-Sport (64) und Kriens (67) haben bislang weniger Verwarnungen und Platzverweise gesammelt. An den finalen Spieltagen gilt es also mit fairen Mitteln möglichst erfolgreich zu sein, denn eine Verbesserung in der echten Tabelle wird mit zusätzlichen Rangprämien im tiefen fünfstelligen Bereich belohnt.

Verträge mit Ex-Aarauern aufgelöst

Exemplarisch zeigen sich die Aarauer Leistungsschwankungen auch in den bisherigen Duellen gegen den FC Chiasso. In der Hinrunde musste sich der FCA trotz eines Zwei-Tore-Vorsprungs in beiden Spielen mit einem Zähler begnügen (2:4/3:3). Vor wenigen Wochen gelang es den Tessinern zwar auch einen Rückstand auszugleichen, doch die Aarauer konnten den Vergleich schliesslich mit 3:1 zu ihren Gunsten entscheiden. Die Südschweizer sorgten vor einigen Wochen für Schlagzeilen, als sie sechs Verträge mit wichtigen Spielern nicht über den 30. Juni 2020 hinaus verlängerten, um Kosten sparen zu können. Dadurch endete auch das Engagement der drei früheren FCA-Spieler Giuseppe Aquaro, Bruno Martignoni und Patrick Rossini, die die «Rossoblu» allesamt verlassen haben.

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Letzter Auftritt von Patrick Rossini im Chiasso-Trikot

Insgesamt hat Chiasso in dieser Spielzeit nicht weniger als 39 Spieler eingesetzt, davon sind 16 Akteure bereits wieder weg. Übrig geblieben ist eine Auswahl an jungen «Desperados» – mit dem italienischen Abwehrspieler Matteo Piccinni (34) gibt es nur noch einen Kaderspieler, der den 25. Geburtstag bereits hinter sich gebracht hat. In den neun Partien «nach Corona» sind die Südschweizer noch immer ohne Sieg, doch der Aderlass zu Monatsbeginn hat die Equipe von Cheftrainer Alessandro Lupi allen Unkenrufen zum Trotz nicht auseinanderfallen lassen.

Rote Laterne bleibt im Tessin

Im Gegenteil: Die Mannschaft wehrt sich trotz namhaften Abgängen und einer grossen Anzahl an Verletzungen mit viel Herzblut. In den sechs bisherigen Juli-Spielen konnte sich Chiasso vier Mal durch Vorteile im Ballbesitz auszeichnen, drei Mal gelangen auch mehr Abschlüsse – nur mit einem Sieg wollte es nicht klappen. In den Auswärtsspielen bei den Spitzenteams GC und Lausanne-Sport mussten sich die Tessiner jeweils nur mit 1:2 geschlagen geben. Dennoch steht bereits fest, dass Chiasso mit der «roten Laterne» in die Sommerpause gehen wird.

Matchzeitung Nr. 18 (2019/20) lesen

Dieser Artikel ist am 21. Juli 2020 in der Ausgabe Nr. 18 (Saison 2019/20) der Matchzeitung HEIMSPIEL gegen den FC Chiasso erschienen.

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